Die Faszination des Mondes

Die Faszination des Mondes

Ob als „Blutmond“, „Blue Moon“, „Supermond“ oder einfach nur „Vollmond“, der Mond (lateinisch „Luna“) fasziniert viele Menschen auf ganz unterschiedliche Weise. Auch in der vergangenen Nacht rückte der Mond wieder Mal in den Fokus. Zahlreiche Medien berichteten schon seit einigen Tagen über das anstehende Ereignis in der Nacht zum 1. Februar. Gleich drei Mondphänomene – „Supermond“, „Blue Moon“, Mondfinsternis – konnten am Himmel beobachtet werden, sofern es die Bewölkung zuließ und man sich an einem entsprechend günstigen Ort befand.

Als ständiger Begleiter hat der Mond jedoch auch einen großen Einfluss auf das Leben auf der Erde. Um ihn besser von den Trabanten anderer Planeten des Sonnensystems abzugrenzen, wird er oft auch als „Erdmond“ bezeichnet. Mit einem Durchmesser von 3.476 km ist er viermal kleiner als die Erde und gleichzeitig der fünfgrößte Mond unter den seinen im Sonnensystem. Der Abstand zwischen Mond und Erde beträgt im Durchschnitt 384.400 km. Er umkreist die Erde auf einer elliptischen Bahn und benötigt dafür 29,5 Erdtage (Neumond zu Neumond). Gemeinsam bewegen sich Mond und Erde (Schwerpunkt im Erd-Mondsystem) schließlich um die Sonne. Auch aufgrund der verhältnismäßig geringen Entfernung ist er bisher der einzige Himmelskörper, den der Mensch neben der Erde jemals betreten hat. Bereits am 20. Juli 1969 setzte Neil Armstrong als Kommandant von Apollo 11 den ersten Fuß auf den Erdtrabanten. Insgesamt gab es im Zeitraum von 1969 bis 1973 weitere fünf erfolgreiche Landungen der US-Amerikaner, seit dem aber keinen weiteren menschlichen Besuch.

Sowohl die mitgebrachten Gesteinsproben als auch die neueste Technik der Observatorien und der Einsatz von Mondsonden sorgten dafür, dass der Mond das am weitesten erforschte Gestirn unseres Sonnensystems ist. Nach heutiger mehrheitlich akzeptierter Vorstellung ist der Mond in der Frühzeit des Sonnensystems durch einen gewaltigen Einschlag auf der Erde entstanden. Bei dem Zusammenstoß der Erde mit einem anderen Planeten vor etwa 4,5 Milliarden Jahren wurden viele Trümmerteile freigesetzt, die in Teilen schließlich den Mond bildeten und zu einem atmosphärenlosen Trabanten machten.

Auf der Oberfläche des Mondes lassen sich durch ein Fernrohr unterschiedliche Strukturen erkennen. Neben den kraterreichen etwas helleren Hochländern können auch die meist runden, etwas dunkleren Tiefebenen (die sogenannten „Mare“) beobachtet werden. Während die mit zahlreichen Einschlagkratern übersäten Hochländer auf die Mondentstehung datiert sind, entstanden die „Mare“ in der letzten Phase vulkanischer Aktivität des Mondes vor etwa 3 bis 4 Milliarden Jahren. Entsprechend der Erde kann man durch die Auswertung der Laufzeitkurven von Mondbahnen auf die physikalischen und geologischen Bedingungen im Inneren des Mondes schließen. Analog zur Erde umhüllt auch den Mond eine Kruste, die sogenannte Mondkruste, die etwa die obersten 80 km (Vorderseite 60 km, Rückseite 100 km) einnimmt. Dieser schließt sich der obere Mondmantel an, der bis in Tiefen zwischen 480 und 500 km reicht und aus basaltischem Tiefengestein besteht. Ihm wiederum folgen der mittlere Mantel (bis etwa 1000 km) und der untere Mantel (bis etwa 1300 km). Im Inneren soll sich ähnlich wie bei der Erde wahrscheinlich ein kleiner Eisenkern befinden, dessen Existenz aus den seismischen Daten jedoch noch nicht eindeutig belegt ist.

Am Himmel ist der Mond meist das auffälligste Gestirn, sodass er zusammen mit der Sonne die Kalender der Menschen prägte. Auf seiner Bahn um die Erde variiert er sein Aussehen und durchläuft verschiedene Mondphasen. Den Beginn macht der Neumond. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond von der Erde aus gesehen in Richtung Sonne und geht mit dieser auf und unter. Weil er uns die Nachtseite zuwendet, können wir ihn in der Nacht nicht sehen. Nach Neumond bewegt sich der Mond von der Sonne aus gesehen nach Osten und geht daher nach der Sonne unter. In der Abenddämmerung ist für die Menschen ein kleiner Teil der Tagesseite des Mondes zu erkennen, was wir im Verlauf als „zunehmende Mondsichel“ wahrnehmen. Befindet sich der Mond von der Sonne aus schließlich neben der Erde, kann man die Hälfte der Tagseite des Mondes erkennen („zunehmender Halbmond“). Der Mond geht dann etwa zu Mittag auf und gegen Mitternacht unter. Als „zunehmenden Mond“ wird nachfolgend die vierte Mondphase bezeichnet, in der sich der Mond weiter als die Erde von der Sonne entfernt. Dabei steigt die Helligkeit des Mondes für die Beobachter beträchtlich an und lässt den Erdtrabanten bis nach Mitternacht am Himmel strahlen. Steht der Mond von der Sonne aus hinter der Erde, befindet sich die gesamte der Erde zugewandte Mondhälfte im Sonnenlicht. Der sogenannte „Vollmond“ geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Dieser 5. Mondphase folgen der „abnehmende Mond“ sowie der „abnehmende Halbmond“. Dabei wandert der Mond um die Erde herum wieder in Richtung Sonne.

In der vergangenen Nacht schien nun der Vollmond vergleichsweise groß. Vor allem in den Wintermonaten, wenn der Abstand des Mondes auf seiner elliptischen Bahn um die Erde anstatt seiner größten Entfernung von 406.000 Kilometer nur etwa 360.000 Kilometer beträgt, kann dieses Phänomen beobachtet werden. Die Medienwelt spricht in diesem Fall vom sogenannten „Supermond“. In Wirklichkeit kann dieser Unterschied mit dem Auge jedoch kaum wahrgenommen werden. Auf seiner erdnächsten Bahn ist der Mond im Vergleich zu dem erdentferntesten Punkt nämlich nur um bis zu 14 Prozent größer, aber immerhin um etwa 30% heller, was wiederum nur einmal im Jahr vorkommt.

Der Begriff „Blue Moon“ kommt aus dem Amerikanischen, wobei seine Herkunft nicht genau geklärt ist. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es den Begriff eigentlich gar nicht, da der Mond zu keiner Zeit blau leuchtet. In diesem Zusammenhang ist es eine kalendarische Besonderheit, auf die der Begriff „Blue Moon“ Bezug nimmt. Da es nur alle 29 Tage einen Vollmond gibt, sind zwei Vollmonde in einem Monat eher selten. Im Schnitt kann der doppelte Vollmond ungefähr alle 2,5 Jahre am Himmel betrachtet werden. In diesem Januar stand der erste Vollmond am 2. Januar über dem Horizont. Und gleich im März steht die Konstellation das nächste Mal an. Da der Februar nur 28 Tage besitzt, können wir am 2. März und nachfolgend am 31. März wieder den Vollmond bestaunen.

Zusätzlich zu den beiden genannten Phänomenen „Supermond“ und „Blue Moon“ findet derzeit auch noch eine „totale Mondfinsternis“ statt. Bei einer Mondfinsternis wandert der Mond durch den Kernschatten der Erde. Im Durchschnitt geschieht dies zweimal im Jahr. Die maximale Verfinsterung wird dabei heute etwa um 14.30 Uhr erwartet. Insgesamt kann das Spektakel bis zu sechs Stunden andauern. Bei einer Mondfinsternis wird der Mond nicht unsichtbar, sondern reflektiert das in der Erdatmosphäre gebrochene Sonnenlicht. Da auf dem Weg zum Mond das blaue Licht am stärksten gebrochen wird, bleiben die roten Anteile schließlich übrig. Somit erscheint der Mond während der Finsternis in kupferrot, sodass er aufgrund seiner Färbung auch als „Blutmond“ bezeichnet wird (vgl. Graphik). Da in Deutschland zur Zeit der totalen Mondfinsternis lichter Tag herrscht, ist sie hierzulande nicht zu sehen. Gute Chancen einen Blick auf die Verfinsterung zu erhaschen gibt es in Asien oder über dem Polarkreis.

Die Kuriosität, dass die drei Phänomene gleichzeitig auftreten, konnte das letzte Mal vor 35 Jahren am 30. Dezember 1982 beobachtet werden. Das nächste Chance wird dies erst wieder am 31. Januar 2037 der Fall sein.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 01.02.2018

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