Der Juli

Der Juli

Der Juli

…ist mit 31 Tagen der siebente Monat im Gregorianischen Kalender und in Europa, Nordamerika sowie dem größten Teil Asiens der wärmste Monat des Jahres. Seine Bedeutung für die Erträge der beginnenden Ernte widerspiegelt sich in zahlreichen Bauern- und Wetterregeln. Glaubt man der bekannten „Siebenschläferregel“, dann behält der Sommer 2018 seien warmen bis heißen und trockenen Charakter.

Der Juli war im römischen Kalendarium ursprünglich der fünfte Monat und hieß bis zu seiner Umbenennung im Jahre 44 v. Chr. auch so, nämlich „Quintilis“. Heutiger Namenspatron ist der römische Staatsmann Gaius Julius Caesar (13.VII. 100 v. Chr. bis 15.III. 44 v. Chr.), dem auch die Kalenderreform des Jahres 44 v. Chr. zu verdanken ist. Alte deutscher Namen für den Juli lauten „Heuert“ oder „Heumond“, da im Juli die erste Heumahd eingebracht wird, aber auch „Bären- oder Honigmonat“ waren bei unseren Altvorderen gebräuchlich.

Den nächtlichen Himmel dominiert das „Sommer-Dreieck“, bestehend aus den hellen Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Das „Sommer-Dreieck“ ist allerdings kein Sternbild, sondern ein so genannter Asterismus. Damit bezeichnet man eine Sternkonstellation, die nicht „offiziell“, also von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt wurde. Die Tage werden im Juli bereits wieder deutlich kürzer, beispielsweise verringert sicht die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, im Verlaufe des Monats um etwa eine Stunde von knapp 16 h 20 min auf gut 15 h 18 min. Weiter unten finden Sternfreunde eine von der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH und Co. KG, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im Juli 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

In Mitteleuropa ist der Juli im klimatologischen Mittel der wärmste Monat des Jahres. Trotzdem gilt er bei uns gemeinhin als unbeständig, denn der Nordatlantik ist noch relativ kühl und wenn Meeresluftmassen unser Wetter beherrschen, kann der Sommer buchstäblich ins Wasser fallen (was jedoch lange nicht mehr vorkam). Andererseits können lang andauernde, hochdruckbeeinflusste Wetterlagen dem Juli einen subtropischen Charakter verleihen. Dies scheint auch 2018 der Fall zu sein, denn die in diesem Frühjahr/Sommer bereits häufig aufgetretenen Großwetterlagen mit hohem Luftdruck oder aber geringen Luftdruckgegensätzen sowie dominierenden Warmluftmassen setzen sich wahrscheinlich bis zum Monatsende fort und in der zweiten Hälfte der nächsten Woche deutet sich sogar eine „Hitzewelle“ an.

Auch der Juli kennt meteorologische Witterungsregelfälle (Singularitäten), etwa den „Siebenschläfer“, auf dem eine bekannte Bauern- oder Wetterregel beruht: „…das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“. Siebenschläfer ist zwar formal am 27. Juni, jedoch muss man bedenken, dass sich die Kalendertage vor der Gregorianischen Reform im Jahre 1582 im jahreszeitlichen Verlauf stetig verschoben hatten, so dass der Siebenschläfertag heute einem späteren Datum entspricht, und zwar ungefähr dem 7./8. Juli. Wie auch immer, im süddeutschen Raum bestimmte in 60 bis 70 % aller Fälle der Ende Juni/Anfang Juli herrschende Wettercharakter auch die Witterung des folgenden Sommers; für Norddeutschland hingegen ließ sich kein derartiger statistischer Zusammenhang feststellen. Am 7. und 8. Juli war es in Deutschland meist sonnig und trocken bei durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen um 25 °C (innerhalb des Stationsnetzes des Deutschen Wetterdienstes). Glaubt man also der Siebenschläferregel, dann steht uns noch eine trockene und warme zweite Sommerhälfte bevor.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 21.07.2018

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Der Juli

Der Sternschnuppenregen der Perseiden

Der Sternschnuppenregen der Perseiden

Kommende Woche beginnt der Sternschnuppensommer! Die Perseiden nehmen Fahrt auf, um Mitte August den Höhepunkt zu erreichen! Ein paar Details können Sie in den folgenden Abschnitten lesen.

Es wird mal wieder Zeit: Die Perseiden – der bekannteste Meteorstrom, der aus den Auflösungsprodukten des Kometen „109P/Swift-Tuttle“ besteht – kreuzen demnächst wieder die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Der Name „Perseiden“ ist dabei auf das Sternbild „Perseus“ zurückzuführen, vor dem die Sternschnuppen bei einem Blick in den Himmel zu sehen sind. Wie jedes Jahr von Mitte Juli bis Ende August (17.07. – 24.08.) können dann zahlreiche Sternschnuppen am Nachthimmel beobachtet werden. Die höchsten Fallraten sind in diesem Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. August zu erwarten. In diesem Jahr ist dabei mit einem durchschnittlich starken Sternschnuppenregen der Perseiden zu rechnen. Allerdings herrschen während der Hochzeit der Perseiden günstige astronomische Rahmenbedingungen. Da am 11. August Neumond ist, kann der sonst den Nachhimmel erhellende Erdtrabant nicht weiter stören. Die ersten Sternschnuppen können mit Aufgang des Sternbildes Perseus am Abend bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden.

Sicherlich werden dann viele Menschen – ob Singles oder Pärchen – nachts am Fenster und auf dem Balkon sitzen oder einfach auf einer Sommerwiese liegen, um den zahlreichen Sternschnuppen mit den Augen nachzujagen. Dabei werden dann zahlreiche Wünsche und Träume mit der Hoffnung auf Erfüllung in die Ewigkeit geschickt.

Doch was sind Sternschnuppen und warum werden sie hauptsächlich im August beobachtet?

In bestimmten Zeiträumen des Jahres kommt es zu einer verstärkten Sternschnuppenaktivität am Himmel. In solchen Nächten huschen zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel, die anscheinend alle einen einzigen Ausgangspunkt haben. Dieses Phänomen ist immer dann der Fall, wenn die Erde die Bahn eines Meteoritenstroms kreuzt und wiederholt Partikel in die Erdatmosphäre eindringen. Die Sternschnuppen stammen in der Regel von einem Kometen. Diese Schweifsterne sind kilometergroße Ansammlungen aus Staub und leicht flüchtigen Materialien wie gefrorenes Methan, Trockeneis und Wassereis. Die Partikel verteilen sich im Laufe der Zeit entlang der Kometenbahn und bilden den Meteorstrom.

Auf der Bahn des Meteorstroms dringen auch große Mengen solcher Partikel, sogenannte „Meteorite“, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Dabei glühen sie durch die Reibungswärme beim Eintritt in die Erdatmosphäre als „Meteore“ kurz auf und verdampfen schließlich. Das auf mehrere tausend Grad aufgeheizte Gas um verglühende Partikel herum kann der Beobachter schließlich als leuchtende Sternschnuppen beobachten.

Wer geduldig den möglichst dunklen Nachthimmel beobachtet, kann übrigens in jeder Nacht des Jahres Sternschnuppen sehen, vorausgesetzt der Himmel ist nicht mit Wolken bedeckt. Die meisten dieser sporadischen Meteore stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo sich zahlreiche und unterschiedlich mächtige Gesteinsbrocken tummeln. Der größte Anteil besteht aus Partikeln in Staubkorngröße, die beim Eintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen. Größere Stücke überstehen jedoch teilweise die heiße Reise durch die Erdatmosphäre und fallen dann als Meteoriten zum Boden.

Alle 12 Jahre beeinflusst der Planet Jupiter mit seiner Schwerkraft die Bahnen der Meteoriten und verschiebt diese in Richtung Erdbahn. Dies geschah z.B. in den Jahren 1992, 2004 und 2016.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.07.2018

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Der Juni

Der Juni

Der Juni

…ist mit 30 Tagen der sechste Monat im Gregorianischen Kalender. Im Juni haben wir Sonnenwende, deren genaues Datum je nach himmelsmechanischer Konstellation zwischen dem 20. und 22. liegen kann, die jedoch meist am 21. stattfindet.

…war im altrömischen Kalendarium ursprünglich der vierte Monat des Jahres, er ist nach der Himmelsgöttin Juno, der Gattin des Göttervaters Jupiter benannt. Juno galt als „jugendlich blühende“, sie war die Göttin der Gestirne, außerdem Stifterin und Hüterin der Frauen, der Liebenden und der Ehe. Ein altdeutscher Name für den Juni ist „Brachmond“, da in der mittelalterlichen Dreifelderwirtschaft in diesem Monat die Bearbeitung der seit der Vorjahresernte liegen gebliebenen Brache begann.

Im Juni wachsen die Tageslängen und die Mittagshöhen der Sonne bis zur Sonnenwende nur noch langsam. Am 21.06.2018 um 12:07 Uhr MESZ erreicht die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn durch die Sternbilder des Tierkreises (Ekliptik) ihren nördlichsten Punkt. Mit der Sonnenwende beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische oder kalendarische Sommer, auf der Südhalbkugel der Winter. An diesem Tage steht die Sonne in 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, mittags etwas mehr als 63° über dem Horizont. Die lichte Tageslänge beträgt beispielsweise in Flensburg knapp 17 h 21 min und in Garmisch-Partenkirchen circa 15 h 59 min.

Das nächtliche Firmament widerspiegelt den Übergang vom Frühling zum Sommer. Unweit vom Zenit und damit hoch am Himmel stehen die Sternbilder Herkules und Großer Wagen. Das „Frühlingsdreieck“ (kein anerkanntes Sternbild, sondern eine beständige Konstellation der markanten Sterne REGULUS im Sternbild des Löwen, ARKTUR im Bärenhüter (Bootes) und SPICA in der Jungfrau) ziert noch den Westhimmel, während das „Sommerdreieck“ (ebenfalls ein sog. Asterismus, d.h. eine Gruppierung aus den Sternen WEGA in der Leier, DENEB im Schwan und ATAIR im Adler) bereits vollständig am Osthimmel aufgegangen ist.

Von den Planeten stellt die Venus unseren „Abendstern“ dar, der Mars wird im Verlaufe des Monats länger sichtbar und heller, Jupiter verlässt dagegen den Nachthimmel allmählich, während Saturn den ganzen Juni über sichtbar bleibt. Weiter unten finden Sternfreunde eine von der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH und Co. KG, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im Juni 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

Am 1. Juni ist übrigens klimatologischer Sommerbeginn. Dennoch verhält sich der Monat nicht immer „artgerecht-sommerlich“. Vielmehr kennt auch der Juni sogenannte Witterungsregelfälle oder meteorologische Singularitäten, von denen die „Schafskälte“ am bekanntesten ist. Unter der „Schafskälte“ versteht man einen Polarlufteinbruch aus Nord oder Nordwest, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber nicht alljährlich, etwa zwischen dem 4. und dem 20. Juni auftritt.

In diesem Jahr startet der Juni so, wie der Mai endete, und zwar „standesgemäß“ mit sommerlichen oder gar heißen Tageshöchsttemperaturen in einer ursprünglich „subtropischen“ Warmluftmasse. Dabei können zeit- und gebietsweise Schauer und teils kräftige Gewitter ausgelöst werden, die örtlich Unwettercharakter durch Starkregen, Hagel und Sturmböen aufweisen.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 31.05.2018

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Der Juni

Ein Tiefdrucksystem größer als die Erde

Ein Tiefdrucksystem größer als die Erde

Ein Tiefdrucksystem größer als die Erde

Was im ersten Moment utopisch klingen mag, ist tatsächlich Realität: Auf dem Jupiter existiert ein Tiefdrucksystem, das größer ist als unsere Erdkugel!

Wetter ist nicht nur ein irdisches Phänomen, wie früher angenommen wurde. Auch auf den anderen Planeten in unserem und in anderen Sonnensystemen sind meteorologische Vorgänge gegeben, vorausgesetzt, sie sind von einer Gashülle umgeben. Der Gasplanet Jupiter besitzt solch eine Atmosphäre – und sie ist enorm. Der Jupiter ist der Gigant unter den Planeten unseres Sonnensystems. Die Erde würde mehr als tausendmal in ihn hinein passen und er wiegt mehr als doppelt so viel wie alle anderen Planeten zusammen. Kein anderer Planet dreht sich so schnell um sich selbst, sodass ein Jupitertag nur knapp 10 Stunden dauert.

Aufgrund seiner Größe ist der Jupiter eines der hellsten Objekte am Nachthimmel und mit einem einfachen Teleskop zu beobachten. Die Erscheinung des Planeten weist eine farbige, bandförmige Struktur auf. Diese Bänder, genannt Zonen (heller) und Gürtel (dunkler), sind Strahlströme, welche Wolken mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h um die Kugel transportieren. Strahlströme, oder auch Jets, sind Starkwindbänder mit hohen Geschwindigkeiten. Anders als die Strahlströme auf der Erde, welche durch Tröge und Rücken in der mittleren Atmosphäre nach Nord und Süd abgelenkt werden, verlaufen die Jets auf dem Jupiter zonal, sprich in Ost-West-Richtung.

Innerhalb oder zwischen diesen starken Windbändern liegen kontinentgroße Wirbelstürme. Der bekannteste hiervon ist der „Große Rote Fleck“ auf der südlichen Halbkugel. Er stellt ein Tiefdrucksystem dar, das größer als die Erde ist und Windgeschwindigkeiten aufweist, wie sie sonst in unserem Sonnensystem nicht zu finden sind. Man nimmt an, dass die Spitzenwerte bei bis zu 700 km/h liegen können, also mehr als doppelt so hoch wie bei einem ausgeprägten Hurrikan über Nordamerika. Die Farbe des Großen Roten Flecks ist, ebenso wie die der Strahlströme, nicht immer die gleiche. Die Veränderungen führt man auf das Auftreten verschiedener Gase in den höchsten Regionen des 350 km hohen Wirbelsturms zurück. Durch die dynamische Atmosphäre vom Jupiter ändert sich die Zusammensetzung der Gase und damit die farbliche Erscheinung. Angetrieben wird der Große Rote Fleck wohl durch den Temperaturunterschied zwischen den warmen aufsteigenden Gasen im Zentrum und den absinkenden kalten Gas am Rand.

Eine weitere Besonderheit, die immer noch Rätsel aufgibt, ist die Langlebigkeit dieses Wirbelsturms. Während sich auf der Erde eine ausgeprägte Zyklone innerhalb einiger Tage bis Wochen auflöst, besteht der Große Rote Fleck möglicherweise bereits seit über 300 Jahren. Er entstand also schon vor der Französischen Revolution und der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese lange Dauer wird darauf zurückgeführt, dass der Wirbelsturm sich nicht über einer festen Oberfläche befindet, welche ihn durch Reibung abbremsen könnte, wie einen Hurrikan, wenn er vom Ozean auf Land trifft.

Allerdings besteht auch dieses Tiefdrucksystem nicht ewig. In den letzten Jahren wurde bereits ein deutlicher Rückgang bei der Ausdehnung beobachtet und es ist durchaus möglich, dass es bis zum Ende dieses Jahrhunderts bereits verschwunden ist. Ganz verzichten auf riesige Tiefdrucksysteme müsste man dann jedoch nicht. Mit dem „Kleinen Roten Fleck“, welcher zu Beginn des Jahrtausends durch den Zusammenschluss mehrerer kleinerer Wirbelstürme entstand, ist ein Nachfolger bereits in den Startlöchern.

Meteorologe Cornelius Weiß (Praktikant)

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.04.2018

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Ein Tiefdrucksystem größer als die Erde

Der April

Der April

Der April

Im April ringen gewöhnlich Reste des Winters in Form von sehr kalten Luftmassen mit der nun bereits hoch stehenden Sonne und herangeführten Warmluftmassen um die Vorherrschaft in der europäischen Wetterküche, was dem Monat seinen typischen, „wetterwendischen“ Charakter verleiht.

Im römischen Kalendarium war der April ursprünglich der zweite Monat des Jahres. Sein Name bezieht sich vermutlich auf die sich im Frühling öffnenden Knospen (lat. aperire = öffnen), oder das Auftauchen des Kuckucks (lat. Aprilis). Alte deutsche Namen für den April sind „Ostarmanoth“, nach Ostara, der altgermanischen Göttin der Morgenröte, „Ostermond“, aber auch „Wandelmonat“ oder „Launing“, was auf die Wechselhaftigkeit der Witterung im April hinweist, die schon unseren frühmittelalterlichen Vorfahren auffiel.

Im April verlängert sich der lichte Tage in 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, von ca. 12 h 57 min am Monatsbeginn auf knapp 14 h 41 min am Monatsende. Auch am nächtlichen Himmel zeigt sich zunehmend die Dominanz des Frühlings, im Süden funkelt Regulus im Sternbild des Löwen. Weiter östlich folgt der rötliche Stern Arktur im Bärenhüter und etwas tiefer über dem Horizont steht Spica im Sternbild Jungfrau, während sich am westlichen Horizont die Wintersternbilder dem Untergang zuneigen.

Im klimatologischen Mittel stellt sich im April im nordatlantisch-europäischen Raum die atmosphärische Zirkulation vom winterlichen, meist zonal geprägten und durch Westwetterlagen gekennzeichneten Regime zum eher meridional dominierten Zirkulationsschema des Sommerhalbjahres um. Länger andauernde Hochdrucklagen sind allerdings meist noch selten, insbesondere im April ringen gewöhnlich polare und subtropische Luftmassen um die Vorherrschaft in Mitteleuropa, worin sich die sprichwörtliche Wechselhaftigkeit des Aprils begründet.

So erleben wir einerseits bei entsprechenden Wetterlagen oftmals schon frühsommerliche Tage (beispielsweise sind am morgigen Sonntag im Westen Höchstwerte von 25 °C möglich), andererseits kann auf der Rückseite von Tiefausläufern hoch reichende und labil geschichtete Kaltluft für wechselhaftes Schauerwetter sorgen. Leichte Nachtfröste bei klarem Himmel stehen im April immer noch auf dem Programm und wenn – wie in diesem Jahr – mit östlichen Winden „russische Polarluft“ nach Mitteleuropa geführt wird und es an den Fronten von Tiefdruckgebieten zu Aufgleitvorgängen von wärmerer Atlantikluft kommt, sind auch „weiße Ostern“ nichts Außergewöhnliches.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/04/07.html finden Sternfreunde eine vom Kosmos-Verlag, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im April 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 07.04.2018

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Der April

Neues Projekt – Searching for Skylab

Searching for Skylab

Neues Projekt – Searching for Skylab

Die Sternwarte Brachwitz unterstützt die Filmproduktion zu „Searching for Skylab, America’s Forgotten Triumph“.

Es ist, wie der Name schon sagt, eine Dokumentation zur Planung, Durchführung, Aufbau und Nutzung des ersten Labors im Weltall.

Jeder kann unterstützen, aber schaut selbst.

 

Félicette – die erste Katze im Weltall

Félicette – die erste Katze im Weltall

Félicette war die erste und bisher einzige Katze im Weltall, welche ihren Flug auch überlebte.

Durch diese großartige Leistung gab es schnell Geschichten und Fans dieser kleinen Katze. Es gab sogar eine Autogrammkarte.

Die Sternwarte Brachwitz hat ein Projekt zur weiteren Bekanntmachung und Ehrung dieser Katze mitfinanziert und besitzt nun einen echten Reprint dieser Autogrammkarte.

Auf Félicette!

 

Mach‘s gut, Stephen Hawking!

Mach‘s gut, Stephen Hawking!

Heute ist der überragende Astrophysiker Stephen Hawking gestorben. Er litt an ALS und wurde viele älter, als ihn die Ärzte provezeiten. Seit vielen Jahren konnte er nur noch über einen Sprachcomputer kommunizieren. Seine Bücher wie „Ein Universum in der Nußschale“ waren legendär und machten Quatenphysik und Relativitätstheorie verständlich. Schade, mit Stephen verlieren wie einen besonderen Menschen. Mach’s gut Stephen!

 

18. Februar: Entdeckung des Pluto

18. Februar: Entdeckung des Pluto

Im heutigen Thema des Tages schauen wir sehr weit über den Tellerrand hinaus – nämlich bis zum Pluto. Entdeckt wurde er morgen vor 88 Jahren vom Amerikaner Clyde Tombaugh, 2006 wurde er zum Zwergplaneten „degradiert“.

Am 18.02.1930 entdeckte der Amerikaner Clyde Tombaugh ein kleines Licht zwischen den Sternenbildern Zwilling und Stier. Nach eingehender Untersuchung wurde Mitte März 1930 die Entdeckung veröffentlicht und Tombaugh wie ein Star gefeiert. Er war der erste Amerikaner, der einen Planeten entdeckte. Die anderen Planeten wurden von arabischen oder europäischen Forschern entdeckt. Im Jahr 2006 wurde der Planet zu einem Zwergplaneten herabgestuft. Neuberechnungen lieferten einen Durchmesser von nur gut 2300 km, zum Vergleich: unser Planet, die Erde, hat einen Durchmesser von mehr als 12700 km.

Pluto zieht seine Bahnen in etwa 6 Milliarden Kilometer Abstand zur Sonne. Für eine Sonnenumrundung braucht er fast 248 Jahre. Da die Sonne so weit entfernt ist, ist es auf dem Pluto ziemlich kalt: die Höchsttemperatur liegt bei etwa -218 °C. Pluto besteht zu etwa 70% aus Gestein und rund 30% aus Eis. Seine Atmosphäre, die sich nach Messungen aus der New Horizons Mission nur bis in eine Höhe von 1600 km über der Oberfläche ausdehnt, setzt sich hauptsächlich aus Kohlenmonoxid und Stickstoff sowie zu 0,5% aus Methan zusammen. Die Atmosphäre der Erde ist Messungen zu Folge bis zu 10000 km dick.

Wetter gibt es auf dem Pluto auch, allerdings hat das mit unserem Wetter auf der Erde eher wenig zu tun. Aufgrund der Entfernung von der Sonne bestimmt auf Pluto Eis das Wetter. Die schwache Sonnenstrahlung sorgt auf dem Zwergplaneten für verschiedene Eisarten und Stadien und einen Wetterkreislauf, der unserem hydrologischen Kreislauf (Wasser aus den Ozeanen verdunstet, kondensiert und fließt wieder ins Meer zurück) ähnlich ist. Allerdings regnet es auf dem Pluto nicht, wenn, dann fällt Schnee oder besser: es fallen Kohlenwasserstoffkristalle. Das Eis unterscheidet sich etwas von unserem Eis auf der Erde, denn es handelt sich nicht um Eis ausschließlich aus Wasser, sondern auch um Eis aus Methan und Stickstoff sowie in kleinen Anteilen Kohlenmonoxid. Das Eis schmilzt auch nicht wie bei uns, sondern geht bei Sonneneinstrahlung direkt in den gasförmigen Zustand über. Bilder der Raumsonde „New Horizons“ aus dem Jahre 2015 zeigen zudem einen Dunstschleier auf der Oberfläche, der unserem Nebel ähnelt, dort jedoch vermutlich vollständig aus Stickstoff besteht.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 17.02.2018

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Der Februar…

Der Februar...

Der Februar…

…bildet den Übergang zwischen Winter und Frühling. Im klimatologischen Mittel ist er in Deutschland milder, aber auch schneereicher als der Januar. Eine bekannte Februar-Wetterregel lautet: „Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“

… (lat. februare = reinigen) wurde nach dem antiken Reinigungsfest benannt und war ursprünglich der letzte Monat des altrömischen Kalenders. Aus diesem Grunde erhielt er die zum Abgleich des Kalendariums mit dem Sonnenstand notwendigen Schalttage angehängt. Seit 153 v. Chr. ist Februar der zweite Monat des Jahres, infolge der Augustinischen Kalenderreform im Jahre 8 n. Chr. verlor er einen Tag an den August und besitzt seitdem in Gemeinjahren 28 und in Schaltjahren 29 Tage. Finanztechnisch hat der Februar übrigens, wie jeder andere Rechnungsmonat auch, 30 Tage, so dass Zinsabrechnungen zum 30. Februar nicht unbedingt eine Narretei sind.

Ein altdeutscher Name für den Februar ist Hornung, weil die reifen Rothirsche beginnen, ihre Geweihe („Gehörne“) abzuwerfen. Weitere gebräuchliche Namen waren Schmelzmond, Taumond (schließlich geht der Winter zu Ende und ggf. schmelzen Eis und Schnee) oder Narrenmond. Letztere Bezeichnung ergibt sich daraus, dass, um die Dämonen des Winters zu vertreiben, in alter Zeit Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsrituale abgehalten wurden, die als Karneval, Fastnacht oder Fasching in die Moderne überliefert wurden.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/02/10.html finden Sternfreunde eine vom Kosmos-Verlag, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments im Februar 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

Beispielsweise hängt das „Winter-Sechseck“ im Februar hoch am Süd- und Südwesthimmel. Diese Konstellation besteht aus den Sternen „Kapella“ im Sternbild Fuhrmann, „Aldebaran“ im Sternbild Stier, „Rigel“ im Sternbild Orion, „Sirius“ im Sternbild Großer Hund, „Prokyon“ im Kleinen Hund und nicht zuletzt „Pollux“, dem hellsten Stern in den Zwillingen. Im Südosten steht bereits der Löwe als astronomischer Frühlingsbote bereit.

Im Laufe des Februars wird die unaufhaltsame Ankunft des Frühlings deutlich wahrnehmbar: in 50° nördlicher Breite, beispielsweise in Frankfurt am Main, verlängert sich der lichte Tag um gut anderthalb Stunden, in diesem Jahr von 9 h 19 min zu Monatsbeginn auf 10 h 54 min am Monatsende. Im klimatologischen Mittel ist der Februar milder, aber auch schneereicher als der Januar.

Der 2. Februar (Mariä Lichtmess – endgültiges Ende des Weihnachtskreises und Beginn der Fastenzeit) hat eine für Mitteleuropa statistisch gut belegte, prognostische Kraft in Form einer Wetterregel. Diese lautet „Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“

Unser diesjähriger Februar startete unter Einfluss eines absterbenden Sturmtiefs – das mit seinem Zentrum vom Nordmeer über Südskandinavien hinweg in den Ostseeraum zog – unbeständig, frostfrei und vor allem in der Nordhälfte Deutschlands windig.

Mild war es also, allerdings zeigte sich der Himmel vielerorts trüb, den Sturm hatten wir zumindest in den Gipfellagen des Berglandes sowie an der See und es fiel gelegentlich auch etwas Schnee. Das klingt irgendwie nach „Anything goes…“ – lassen wir uns doch einfach überraschen was der restliche Februar noch in petto hat, Frühlingserwachen oder ein spätwinterliches Intermezzo? Schönen Sonntag!

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 10.02.2018

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Der Februar...