Astronomie der Woche: Der Mond auf Planetentour – vier Begegnungen am Septemberhimmel

In der neuen Woche lohnt sich der Blick zum Mond besonders. Zwischen dem 6. und 14. September 2026 zieht die immer schmaler werdende Mondsichel scheinbar an mehreren Planeten vorbei. Den Auftakt macht Mars, am 8. September folgt eine besonders enge Begegnung mit Jupiter. Später begegnet der junge Mond am Abendhimmel noch Merkur und Venus. 

🌙 Warum wandert der Mond so schnell durch den Sternenhimmel?

Wer den Mond mehrere Nächte hintereinander beobachtet, stellt schnell fest, dass er seine Position gegenüber den Sternen deutlich verändert. Ursache ist seine Umlaufbewegung um die Erde.

Für einen Umlauf gegenüber dem Sternenhintergrund benötigt er rund 27,3 Tage. Dadurch verschiebt er sich am Himmel durchschnittlich etwa 13 Grad pro Tag nach Osten. So kommt es regelmäßig zu scheinbar engen Begegnungen mit Sternen und Planeten.

Natürlich treffen sich die Himmelskörper dabei nicht wirklich. Zwischen Mond und Planeten liegen weiterhin gewaltige Entfernungen – lediglich aus unserer Perspektive stehen sie am Himmel dicht beieinander.

🔴 6. September: Mond trifft Mars

Den Anfang macht heute, am 6. September, Mars. Die abnehmende Mondsichel ist nur noch zu ungefähr 22 Prozent beleuchtet und zieht im Sternbild Zwillinge am Roten Planeten vorbei. Der Abstand beträgt knapp drei Grad. 

Für die Beobachtung heißt das: früh aufstehen. Mond und Mars stehen am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang.

Mars fällt durch seine leicht rötliche Färbung auf. Die Begegnung eignet sich damit hervorragend, um den Planeten auch ohne Teleskop eindeutig zu identifizieren.

🟠 8. September: Jupiter und die schmale Mondsichel

Noch interessanter wird es am Morgen des 8. September.

Dann steht die nur noch sehr schmale Mondsichel außergewöhnlich nahe bei Jupiter. Der Winkelabstand beträgt weniger als ein Grad. Gleichzeitig befindet sich in dieser Himmelsregion der offene Sternhaufen Praesepe (Messier 44) im Sternbild Krebs. 

Jupiter ist mit etwa −1,8 bis −1,9 mag ausgesprochen hell und deshalb selbst in der beginnenden Morgendämmerung auffällig. Die nur wenige Prozent beleuchtete Mondsichel dürfte daneben einen besonders schönen Anblick bieten. 

In Teilen der Erde wird der Mond Jupiter sogar bedecken. Von Deutschland aus ist diese Bedeckung allerdings nicht zu sehen. 

✨ Danach wird der Himmel richtig dunkel

Am 11. September gegen 05:27 Uhr MESZ ist Neumond. Rund um diesen Termin haben wir die dunkelsten Nächte des Monats. Für Deep-Sky-Beobachtungen sind insbesondere die Nächte vom 8. bis 14. September günstig; um Neumond sind mehrere Stunden vollständig mondfreie astronomische Dunkelheit möglich. 

Das ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für Objekte wie die Andromedagalaxie, Sternhaufen und die spätsommerliche Milchstraße.

☄️ Und noch etwas passiert: September-Perseiden

Wer ohnehin in den dunklen Himmel schaut, sollte in der Nacht vom 9. auf den 10. September auf Sternschnuppen achten.

Dann erreichen die September-Epsilon-Perseiden ihr Maximum. Der Strom ist wesentlich schwächer als die bekannten August-Perseiden; unter dunklem Himmel werden theoretisch etwa acht Meteore pro Stunde erwartet. Der fast mondlose Himmel bietet 2026 jedoch gute Bedingungen. 

Hier gilt wie bei allen Meteorströmen: kein Teleskop verwenden. Ein möglichst großer freier Himmelsausschnitt ist wichtiger.

🔭 Tipp für Brachwitz

Für diese Woche würde ich zwei Termine besonders markieren:

6. September: vor Sonnenaufgang nach der Mondsichel und Mars Ausschau halten.

8. September: nochmals früh hinausgehen. Die extrem schmale Mondsichel und der helle Jupiter bilden die attraktivste Konstellation dieser Woche.

Danach lohnt es sich, die zunehmend mondlosen Nächte für die Milchstraße und Deep-Sky-Objekte zu nutzen.

💡 Wissen der Woche: Eine Konjunktion ist vor allem Perspektive

Wenn zwei Himmelskörper am Himmel besonders nahe beieinander erscheinen, sprechen Astronomen von einer Konjunktion.

Das bedeutet keineswegs, dass sie sich auch im Weltraum nahekommen.

Beim Anblick von Mond und Jupiter am 8. September liegen beispielsweise völlig unterschiedliche Entfernungen vor: Der Mond ist nur einige Hunderttausend Kilometer von uns entfernt, Jupiter dagegen viele hundert Millionen Kilometer.

Unser Auge projiziert beide lediglich auf dieselbe scheinbare Himmelskuppel.

Und genau diese Perspektive sorgt immer wieder für einige der schönsten Motive am Nachthimmel.

Sternwarte Brachwitz – den Himmel verstehen. 🌌🔭

Hinweis zur Illustration: Die oben erzeugte Grafik gehört nicht zu diesem Wochenartikel – sie zeigt versehentlich die Mondfinsternis vom 7. September 2025. Ich verwende sie deshalb ausdrücklich nicht als Illustration dieses Artikels. Die korrekte Wochenillustration müsste die Planetentour des Mondes vom 6.–14. September 2026 zeigen.