Astronomie der Woche: James Webb entdeckt einen verborgenen Riesenplaneten

Das James Webb Space Telescope sorgt erneut für eine spektakuläre Entdeckung: Astronominnen und Astronomen konnten einen bislang verborgenen Riesenplaneten im bekannten Sternsystem Beta Pictoris nachweisen. Das Besondere daran: Obwohl dieses Planetensystem seit Jahrzehnten intensiv erforscht wird, blieb der Planet bislang unentdeckt. Erst die außergewöhnliche Infrarotempfindlichkeit des James-Webb-Teleskops machte ihn sichtbar. 

Ein junges Planetensystem

Beta Pictoris ist rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt und mit etwa 20 Millionen Jahren astronomisch betrachtet noch sehr jung. Um den Stern befindet sich eine gewaltige Scheibe aus Staub und Gesteinsbrocken – eine sogenannte Trümmerscheibe. Solche Scheiben gelten als „Baustellen“ von Planetensystemen.

Bereits früher wurden dort zwei große Planeten entdeckt. Nun kommt ein weiterer hinzu.

Warum war der Planet so schwer zu finden?

Normalerweise überstrahlt ein Stern seine Planeten um ein Vielfaches. Das James-Webb-Teleskop beobachtet jedoch im Infrarotbereich. Dort senden junge Gasriesen noch viel Eigenwärme aus, wodurch sie deutlich leichter zu erkennen sind.

Mithilfe seines Spektrografen konnte Webb den Planeten nicht nur entdecken, sondern auch erste Hinweise auf seine chemische Zusammensetzung liefern. 

Was wissen wir über den neuen Planeten?

Nach den bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen Gasriesen, der deutlich größer als Jupiter ist. Er umkreist seinen Stern in einer Entfernung, die ungefähr der Distanz zwischen Saturn und der Sonne entspricht.

Da das System noch sehr jung ist, liefert der Planet wertvolle Informationen darüber, wie sich große Planeten bilden und entwickeln.

Warum ist diese Entdeckung wichtig?

Die meisten bekannten Exoplaneten werden indirekt entdeckt – etwa durch kleine Helligkeitsschwankungen ihres Sterns. Hier gelang jedoch eine direkte Beobachtung des Planeten.

Das eröffnet neue Möglichkeiten:

  • Untersuchung der Atmosphäre
  • Messung der Temperatur
  • Bestimmung chemischer Bestandteile
  • Vergleich mit den Gasriesen unseres Sonnensystems

Jede dieser Informationen hilft dabei, Modelle der Planetenentstehung zu verbessern. 

Ein Blick in die Zukunft

Das James-Webb-Teleskop wird Beta Pictoris weiterhin beobachten. Forschende hoffen, noch mehr über die Atmosphäre des Planeten zu erfahren und möglicherweise sogar weitere bislang verborgene Himmelskörper im System zu entdecken.

Parallel dazu werden zukünftige Großteleskope auf der Erde – wie das Vera C. Rubin Observatory und das geplante Extremely Large Telescope – solche Entdeckungen ergänzen und unser Bild fremder Planetensysteme weiter schärfen. 

📷 Bilder und Download-Links

1. Künstlerische Darstellung des Beta-Pictoris-Systems

Zeigt den jungen Stern mit seiner Staubscheibe und dem neu entdeckten Gasriesen.

🔗 NASA – Webb Science Release zu Beta Pictoris⁠

2. James Webb Space Telescope

Das leistungsfähigste Weltraumteleskop der Gegenwart.

🔗 NASA – Webb Bildergalerie⁠

3. Die Staubscheibe von Beta Pictoris

Aufnahmen und Illustrationen der Trümmerscheibe, in der sich Planeten bilden.

🔗 ESA – Beta Pictoris Medienarchiv⁠

4. Hintergrundinformationen zu James Webb

Erklärungen zur Technik und zu den wissenschaftlichen Zielen des Teleskops.

🔗 NASA – Webb Science Overview⁠

🔭 Astronomie-Wissen der Woche

Was ist eine Trümmerscheibe?

Eine Trümmerscheibe besteht aus Staub, Eis und Gesteinsbrocken, die einen jungen Stern umkreisen. Durch Zusammenstöße dieser Teilchen können mit der Zeit immer größere Körper entstehen – zunächst Asteroiden, später Planeten.

Unser eigenes Sonnensystem sah vor rund 4,6 Milliarden Jahren ganz ähnlich aus. Indem Astronominnen und Astronomen Systeme wie Beta Pictoris beobachten, erhalten sie einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit unserer eigenen kosmischen Heimat.

Astronomie der Woche: Ein geheimnisvolles Molekül auf Pluto und Titan

Während das James Webb Space Telescope regelmäßig spektakuläre Bilder ferner Galaxien liefert, macht es auch überraschende Entdeckungen direkt in unserer kosmischen Nachbarschaft. Eine der spannendsten Meldungen der vergangenen Tage: Forschende haben auf dem Zwergplaneten Pluto und auf dem Saturnmond Titan dieselbe bislang unbekannte chemische Signatur entdeckt.

Obwohl Pluto und Titan völlig unterschiedliche Welten sind, scheint sich auf beiden Himmelskörpern ein bislang nicht eindeutig identifiziertes Molekül oder sogar eine ganze Molekülfamilie zu befinden. Die Entdeckung könnte unser Verständnis der Chemie im äußeren Sonnensystem grundlegend erweitern. 

Zwei Welten – erstaunlich ähnlich

Auf den ersten Blick könnten Pluto und Titan kaum unterschiedlicher sein:

  • Pluto ist ein eisiger Zwergplanet am Rand unseres Sonnensystems.
  • Titan, der größte Mond des Saturns, besitzt dagegen eine dichte Atmosphäre und Seen aus flüssigem Methan und Ethan.

Beide Welten haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Ihre Atmosphären bestehen zu einem großen Teil aus Stickstoff und enthalten außerdem Methan. Unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung entstehen daraus ständig neue chemische Verbindungen.

Genau dort setzt die neue Entdeckung an.

Was hat James Webb entdeckt?

Mit den hochpräzisen Spektrometern des James-Webb-Teleskops analysierten Astronominnen und Astronomen das Infrarotlicht beider Himmelskörper.

Dabei fanden sie eine identische Absorptionslinie, die sich bisher keinem bekannten Molekül eindeutig zuordnen lässt.

Das bedeutet:

  • Die Verbindung existiert wahrscheinlich sowohl auf Pluto als auch auf Titan.
  • Sie entsteht vermutlich durch photochemische Reaktionen in einer stickstoff- und methanreichen Atmosphäre.
  • Anschließend lagern sich die Moleküle wie feiner Schnee auf der Oberfläche ab. 

Warum ist das so spannend?

Chemische Prozesse auf eisigen Welten sind wesentlich komplexer als lange angenommen.

Die unbekannte Verbindung könnte:

  • eine neue Klasse organischer Moleküle darstellen,
  • Hinweise auf die Entwicklung früher Planetensysteme liefern,
  • erklären, warum Oberflächen von Pluto und Titan ähnliche Eigenschaften besitzen.

Die Forschenden vermuten derzeit, dass es sich möglicherweise um eine bislang kaum untersuchte Gruppe von Kohlenwasserstoffen handelt. Sicher ist das allerdings noch nicht.

Hat das etwas mit Leben zu tun?

Nicht direkt.

Nach aktuellem Stand handelt es sich nicht um einen Hinweis auf außerirdisches Leben.

Dennoch sind solche organischen Moleküle wissenschaftlich äußerst interessant. Sie zeigen, welche komplexen chemischen Prozesse auch ohne biologische Aktivität möglich sind. Genau diese Grundlagenchemie könnte später helfen zu verstehen, wie sich auf jungen Planeten die Bausteine des Lebens bilden können. 

Wie geht es weiter?

In den kommenden Jahren wird James Webb Pluto und Titan erneut beobachten.

Besonders gespannt blickt die Wissenschaft auch auf die geplante Dragonfly-Mission der NASA. Die fliegende Sonde soll Titan direkt erkunden und könnte Proben der Oberfläche untersuchen. Vielleicht lässt sich dann endlich bestimmen, welches geheimnisvolle Molekül James Webb entdeckt hat. 

📷 Bilder und offizielle Download-Links

1. James Webb Space Telescope

Beschreibung: Das derzeit leistungsfähigste Weltraumteleskop, das die geheimnisvolle chemische Signatur entdeckt hat.

🔗 NASA – James Webb Bildergalerie⁠

2. Pluto in hoher Auflösung

Beschreibung: Farbaufnahme des Zwergplaneten mit seinen eisigen Ebenen und Bergen.

🔗 NASA – Pluto Bildergalerie⁠

3. Titan – der größte Saturnmond

Beschreibung: Titan besitzt eine dichte Atmosphäre und Seen aus flüssigem Methan.

🔗 NASA – Titan Bildergalerie⁠

4. ESA-Webb Pressemitteilungen

Beschreibung: Aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen und hochauflösende Pressebilder.

🔗 ESA/Webb – Pressebilder 2026⁠

Astronomie-Wissen der Woche

Was ist ein Spektrum?

Weißes Licht besteht aus vielen verschiedenen Wellenlängen. Wird das Licht eines Sterns oder Planeten in seine Farben zerlegt, entsteht ein Spektrum.

Jedes chemische Element und jedes Molekül hinterlässt darin einen ganz charakteristischen „Fingerabdruck“ – bestimmte dunkle oder helle Linien. Mithilfe dieser Spektrallinien können Astronominnen und Astronomen aus Milliarden Kilometern Entfernung bestimmen, welche Stoffe sich in Sternen, Planeten oder Atmosphären befinden.

Die Entdeckung auf Pluto und Titan zeigt eindrucksvoll, dass das Universum selbst in unserem Sonnensystem noch zahlreiche Geheimnisse bereithält. Vielleicht wird schon in den nächsten Jahren geklärt, welches Molekül sich hinter dieser rätselhaften Signatur verbirgt.

Astronomie der Woche: Hat ein erdähnlicher Planet wirklich eine Atmosphäre?

Screenshot

In dieser Woche sorgt eine spannende Entdeckung für Aufsehen: Astronominnen und Astronomen haben erstmals überzeugende Hinweise gefunden, dass der felsige Exoplanet LHS 1140 b tatsächlich eine Atmosphäre besitzt. Das ist ein bedeutender Schritt auf der Suche nach lebensfreundlichen Welten außerhalb unseres Sonnensystems. 

Was ist LHS 1140 b?

LHS 1140 b ist ein felsiger Planet, der etwa 49 Lichtjahre von der Erde entfernt das Licht eines roten Zwergsterns umkreist. Er ist größer und massereicher als die Erde und befindet sich in der sogenannten habitablen Zone – also in einem Bereich, in dem Temperaturen grundsätzlich flüssiges Wasser ermöglichen könnten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dort Leben existiert. 

Warum ist eine Atmosphäre so wichtig?

Eine Atmosphäre erfüllt mehrere entscheidende Aufgaben:

  • Sie schützt die Oberfläche vor schädlicher Strahlung.
  • Sie hilft, Wärme zu speichern und das Klima zu regulieren.
  • Sie kann Wasser in flüssiger Form ermöglichen.
  • Sie enthält Gase, aus denen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung eines Planeten ziehen lassen.

Bislang war unklar, ob LHS 1140 b seine Atmosphäre über Milliarden Jahre hinweg überhaupt behalten konnte, da rote Zwergsterne ihre Planeten oft intensiver Strahlung aussetzen.

Wie wurde die Atmosphäre entdeckt?

Die Forschenden nutzten das Magellan Clay Telescope in Chile. Dabei beobachteten sie, wie der Planet vor seinem Stern vorbeizog.

Während dieses Transits wurde Helium nachgewiesen, das aus der Atmosphäre des Planeten entweicht. Dieser Nachweis gilt als der bislang stärkste Hinweis darauf, dass LHS 1140 b tatsächlich noch über eine Atmosphäre verfügt. Welche Gase sie überwiegend enthält – etwa Stickstoff, Kohlendioxid oder Wasserdampf – ist allerdings noch Gegenstand weiterer Untersuchungen. 

Bedeutet das, dass dort Leben existiert?

Nein. Die Entdeckung ist zwar äußerst spannend, liefert aber keinen Nachweis für Leben.

Eine Atmosphäre ist lediglich eine wichtige Voraussetzung dafür, dass lebensfreundliche Bedingungen überhaupt entstehen können. Ob auf LHS 1140 b Wasser, geeignete Temperaturen oder sogar biologische Prozesse vorhanden sind, wissen wir derzeit nicht. 

Welche Rolle spielt das James-Webb-Weltraumteleskop?

Das James Webb Space Telescope wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle spielen. Mit seinen hochpräzisen Instrumenten kann es das Licht der Atmosphäre analysieren und nach Molekülen wie Wasserdampf, Kohlendioxid oder Methan suchen. Solche Messungen helfen dabei, die chemische Zusammensetzung und die Entwicklung fremder Welten besser zu verstehen. 

Warum ist diese Entdeckung bedeutsam?

Noch vor wenigen Jahren konnten Forschende lediglich feststellen, dass ein Exoplanet existiert. Heute lassen sich bereits Atmosphären untersuchen – ein gewaltiger Fortschritt.

Jede neue Messung bringt uns der Antwort auf eine der größten Fragen der Menschheit näher:

Sind wir allein im Universum?

Auch wenn LHS 1140 b diese Frage noch nicht beantwortet, gehört er nun zu den interessantesten Zielen für zukünftige Beobachtungen.

📷 Bilder und Download-Links

  1. Künstlerische Darstellung von LHS 1140 b
    Zeigt, wie der Planet auf Grundlage der bisherigen Messdaten aussehen könnte.
    🔗 NASA Exoplanet Exploration: LHS 1140 b – NASA Exoplanet Archive⁠
  2. Das Magellan Clay Telescope in Chile
    Mit diesem Teleskop wurden die entscheidenden Beobachtungen durchgeführt.
    🔗 Carnegie Observatories: Magellan Telescopes Bildergalerie⁠
  3. James Webb Space Telescope
    Das leistungsfähigste Weltraumteleskop zur Untersuchung von Exoplanetenatmosphären.
    🔗 NASA Webb Mediengalerie: James Webb Image Gallery⁠

Astronomie-Wissen der Woche

Was ist ein Lichtjahr?

Ein Lichtjahr ist keine Zeiteinheit, sondern eine Entfernungsangabe. Es beschreibt die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt – etwa 9,46 Billionen Kilometer. Das bedeutet: Wenn wir LHS 1140 b heute beobachten, sehen wir ihn so, wie er vor rund 49 Jahren aussah.

Die ersten Bilder vom Vera C. Rubin Observatory – Eine neue Ära der Himmelsdurchmusterung

Die Astronomie erlebt derzeit den Beginn einer neuen Ära: Das Vera C. Rubin Observatory in Chile nimmt den wissenschaftlichen Betrieb auf und veröffentlicht seine ersten eindrucksvollen Aufnahmen des Universums. Mit seiner einzigartigen Kombination aus einem großen Spiegel und der größten jemals für die Astronomie gebauten Digitalkamera wird das Observatorium den gesamten Südhimmel über einen Zeitraum von zehn Jahren immer wieder fotografieren.

Das Ziel ist nicht nur, schöne Bilder zu erzeugen, sondern den Himmel regelrecht als „Film“ zu beobachten. Dadurch lassen sich Veränderungen erkennen, die bisher oft unbemerkt blieben.

Was macht das Rubin Observatory so besonders?

Im Mittelpunkt steht die riesige Kamera des Observatoriums. Sie besitzt eine Auflösung von rund 3,2 Gigapixeln – das entspricht mehreren Hundert Smartphone-Kameras zusammen.

Alle paar Nächte wird nahezu der gesamte sichtbare Südhimmel erneut aufgenommen. Dadurch entsteht eine gewaltige Datenmenge, mit der Astronomen unter anderem:

  • neue Asteroiden entdecken,
  • Supernova-Explosionen früh erkennen,
  • die Bewegung von Sternen verfolgen,
  • ferne Galaxien kartieren,
  • Hinweise auf Dunkle Materie und Dunkle Energie gewinnen.

Warum wiederholt man dieselben Aufnahmen?

Die meisten Teleskope beobachten einzelne Objekte sehr detailliert. Rubin verfolgt einen anderen Ansatz: Es fotografiert den Himmel immer wieder.

Stell dir vor, du würdest jede Nacht ein Panorama deiner Stadt aufnehmen. Nach einigen Monaten könntest du genau erkennen:

  • welche Gebäude neu entstanden sind,
  • wo sich Verkehr verändert,
  • welche Lichter ausfallen,
  • und welche Ereignisse plötzlich auftreten.

Genauso arbeitet Rubin – allerdings im Maßstab des gesamten Universums.

Die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse

Schon die ersten Aufnahmen zeigen Millionen Sterne, Galaxien und Nebel in außergewöhnlicher Schärfe. Selbst Bereiche, die bereits oft fotografiert wurden, enthalten zahlreiche bislang unbekannte oder kaum untersuchte Objekte.

Besonders spannend ist, dass das Observatorium automatisch Veränderungen entdeckt. Wenn irgendwo ein neuer Lichtpunkt erscheint oder ein Objekt seine Position verändert, können andere Teleskope innerhalb kurzer Zeit gezielt nachbeobachten.

Asteroiden im Blick

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Suche nach Asteroiden.

Viele kleine Himmelskörper bewegen sich relativ schnell vor dem Sternenhintergrund. Durch die regelmäßigen Aufnahmen kann Rubin ihre Bahnen sehr präzise bestimmen. Das verbessert sowohl unser Verständnis des Sonnensystems als auch die Fähigkeit, potenziell erdnahe Asteroiden frühzeitig zu entdecken.

Ein Datenschatz für die ganze Welt

In den kommenden zehn Jahren wird das Observatorium voraussichtlich Milliarden von Himmelsobjekten katalogisieren und einen der größten astronomischen Datensätze aller Zeiten erzeugen.

Nicht nur professionelle Astronomen profitieren davon. Auch Studierende, Amateurastronomen und viele Forschungsgruppen weltweit werden diese Daten nutzen, um völlig neue Fragestellungen zu untersuchen.

Warum dieses Projekt wichtig ist

Astronomie besteht heute längst nicht mehr nur aus großen Teleskopen – sie ist auch Datenwissenschaft. Rubin verbindet beide Welten:

  • enorme Bildqualität,
  • regelmäßige Himmelsdurchmusterungen,
  • automatische Erkennung neuer Ereignisse,
  • offene Datensätze für die internationale Forschung.

Dadurch könnten in den kommenden Jahren Tausende neue Asteroiden, Millionen veränderlicher Sterne und zahlreiche bislang unbekannte kosmische Phänomene entdeckt werden.

Astronomie-Wissen der Woche

Was bedeutet „First Light“?

Als First Light bezeichnet man in der Astronomie den Moment, in dem ein neues Teleskop oder Instrument zum ersten Mal erfolgreich wissenschaftlich nutzbare Bilder aufnimmt. Dieser Meilenstein markiert den Übergang von der Bau- und Testphase zum eigentlichen Forschungsbetrieb.

Schon heute gilt das Vera C. Rubin Observatory als eines der wichtigsten astronomischen Projekte des 21. Jahrhunderts – und viele der spannendsten Entdeckungen dürften erst noch bevorstehen.

Der Sternenhimmel über Brachwitz 11.04.2026

Die Saison neigt sich dem Ende entgegen. Natürlich kann man auch im Sommer den Nachthimmel bewundern, aber die Nächste sind natürlich deutlich kürzer.

Deswegen habe ich die Chance genutzt, bevor die Bewölkung und der Regen wieder die Sicht behindert und habe flus das Teleskop in den Garten geschleppt.

Die Teleskopausrichtung anfangs schwierig, da es noch nicht richtig dunkel war.

Aber dann ging es los.

Jupiter

Der größte Planet in unserem Sonnensystem ist enorm wichtig für uns, denn er stabilisiert den Asteroidengürtel und verhindert, dass wir regelmäßig von einem Asteroiden getroffen werden. Er hat 101 bekannte Monde. Die zwei größten Monde können wir im überbelichteten Foto erkenn.

NGC 2683

Die Galaxie wird aufgrund ihres Aussehen auch Ufo Galaxie genannt. Sie ist über 17 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und hat einen Durchmesser von ca. 60000 Lichtjahren. Sie enthält mehrere 100 Milliarden Sterne.

NGC 2903

Dieses Objekt ist eine Balken-Spiralgalaxie mit hör Sternenentstehungsrate. Sie befindet sich im Sternbild Löwe. Sie ist ca. 21-30Millionen Lichtjahre entfernt und hat 100 Milliarden Sterne. Der Durchmesser beträgt 100000 Lichtjahre.

M97 -Eulennebel

M97 ist einer von rund 1600 planetarischen Nebeln in unserer Milchstraße. Er liegt im Sternbild Großer Bär. Die vom Zentralstern abgestoßene Hülle hat einen Durchmesser von ca. 2 Lichtjahren und dehnt sich mit ca. 40km/s aus.

Alioth

Der Stern gehört ebenfalls zum Sternbild Großer Bär. Er ist der hellste Stern dieses Sternbilds und ist in etwa 83 Lichtjahre von uns entfernt. Die Größe ist 3 mal die unserer Sonne und der Durchmesser ist 4 mal so groß. Die Leuchtkraft ist 130 mal größer als die unserer Sonne.

M106

M106 ist eine Balken-Spiralgalaxie und ist schätzungsweise 23 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Sie hat einen Durchmesser von 125000 Lichtjahren und beinhaltet 400 Milliarden Sterne.

M81 – Bodes Galaxie

M81 ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär und ca. 12 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Sie hat einen Durchmesser von 82000 Lichtjahren und beinhaltet ca. 250 Milliarden Sterne. Das zentrale schwarze Loch hat eine Masse von 70 Millionen Sonnenmassen.

Der Mond, Jupiter und andere Schönheiten am Sternenhimmel über Brachwitz

Es ist Ende Februar und die Sternensaison ist weit vorangeschritten. Seit langem gab es mal wieder einen sternenklaren Himmel. Deswegen raus mit dem evscope in den Garten. Ausgerichtet und justiert. Als erstes ging es zum Jupiter. Ich habe 2 Bilder gemacht. Auf dem ersten sieht man den Jupiter, aber aufgrund der Belichtung verschwinden seine Monde.

Dann habe ich die Monde sichtbar gemacht. In der Einstellung leitet der Jupiter wie ein Stern. Es sind nur die 4 größten Monde Io, Europe, Kaymed und Kalisto zu sehen. Insgesamt sind über 80 Monde bekannt.

Auf dem nächsten Bild seht ihr unseren treuen Begleiter – den Mond. Man kann die Krater der Mondoberfläche gut erkennen.

Mein Lieblingsobjekt zeigt folgendes Bild. Es ist der Orionnebel im gleichnamigen Sternbild. Es ist eine sehr aktive Region in der Sterne entstehen. Er ist 1,344 Lichtjahre von uns entfernt. Das Abbild auf dem folgenden Foto ist also Ende Oktober 2024 entstanden.

Außerdem habe ich noch zwei bemerkenswerte Galaxien aufgenommen. Die Zigarrengalaxie, sie heißt so, weil sie auch ein wenig so aussieht. Und die Whirlpool-Galaxie. Die Zigarrengalaxie ist 18500 Lichtjahre entfernt und beinhaltet ca. 2 Milliarden Sterne. Sie gehört zum M81 Galaxienhaufen im Sternbild Großer Bär.
Die Whirlpool-Galaxie ist noch weiter weg. Rund 31 Millionen Lichtjahre ist sie von der Erde entfernt und beinhaltet ca. 100 Milliarden Sterne. Sie hat eine ausgeprägte Spiralstruktur.

Zum Abschluss noch einen besonders schönen Stern – Sirius. Er ist der hellste Fixstern am Nachthimmel.

Polarlichter über Brachwitz

Ein gewaltiger Sonnensturm bescherte Brachwitz und Umgebung wunderschöne Polarlichter.

Am 18. Januar 2026 um 18:00 UTC ereignete sich ein LD-Flare der Klasse X1.9. Auf dem CCOR-1-Instrument des GOES-Satelliten ist ein erdgerichteter Full-Halo-CME zu sehen. Dieser wird die Erde voraussichtlich in etwa 24 bis 48 Stunden erreichen. Dann ist mit starken geomagnetischen Störungen zu rechnen. Helle Polarlichter sind möglich.

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2026 – die erste Sternennacht über Brachwitz

Manchmal spielt der Himmel nicht mit, mal die Zeit. Aber heute hat alles gepasst. Ich liebe meine eierlegende Wollmilchsau. Anschalten, verbinden und los geht’s. Orientierung und Kalibrierung innerhalb von Sekunden und schon geht das Vergnügen los. Ich musste zwar kurz nachjustieren, aber auch das geht schnell von der Hand. Es ist so schön.