Astronomie der Woche: Der Mond auf Planetentour – vier Begegnungen am Septemberhimmel

In der neuen Woche lohnt sich der Blick zum Mond besonders. Zwischen dem 6. und 14. September 2026 zieht die immer schmaler werdende Mondsichel scheinbar an mehreren Planeten vorbei. Den Auftakt macht Mars, am 8. September folgt eine besonders enge Begegnung mit Jupiter. Später begegnet der junge Mond am Abendhimmel noch Merkur und Venus. 

🌙 Warum wandert der Mond so schnell durch den Sternenhimmel?

Wer den Mond mehrere Nächte hintereinander beobachtet, stellt schnell fest, dass er seine Position gegenüber den Sternen deutlich verändert. Ursache ist seine Umlaufbewegung um die Erde.

Für einen Umlauf gegenüber dem Sternenhintergrund benötigt er rund 27,3 Tage. Dadurch verschiebt er sich am Himmel durchschnittlich etwa 13 Grad pro Tag nach Osten. So kommt es regelmäßig zu scheinbar engen Begegnungen mit Sternen und Planeten.

Natürlich treffen sich die Himmelskörper dabei nicht wirklich. Zwischen Mond und Planeten liegen weiterhin gewaltige Entfernungen – lediglich aus unserer Perspektive stehen sie am Himmel dicht beieinander.

🔴 6. September: Mond trifft Mars

Den Anfang macht heute, am 6. September, Mars. Die abnehmende Mondsichel ist nur noch zu ungefähr 22 Prozent beleuchtet und zieht im Sternbild Zwillinge am Roten Planeten vorbei. Der Abstand beträgt knapp drei Grad. 

Für die Beobachtung heißt das: früh aufstehen. Mond und Mars stehen am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang.

Mars fällt durch seine leicht rötliche Färbung auf. Die Begegnung eignet sich damit hervorragend, um den Planeten auch ohne Teleskop eindeutig zu identifizieren.

🟠 8. September: Jupiter und die schmale Mondsichel

Noch interessanter wird es am Morgen des 8. September.

Dann steht die nur noch sehr schmale Mondsichel außergewöhnlich nahe bei Jupiter. Der Winkelabstand beträgt weniger als ein Grad. Gleichzeitig befindet sich in dieser Himmelsregion der offene Sternhaufen Praesepe (Messier 44) im Sternbild Krebs. 

Jupiter ist mit etwa −1,8 bis −1,9 mag ausgesprochen hell und deshalb selbst in der beginnenden Morgendämmerung auffällig. Die nur wenige Prozent beleuchtete Mondsichel dürfte daneben einen besonders schönen Anblick bieten. 

In Teilen der Erde wird der Mond Jupiter sogar bedecken. Von Deutschland aus ist diese Bedeckung allerdings nicht zu sehen. 

✨ Danach wird der Himmel richtig dunkel

Am 11. September gegen 05:27 Uhr MESZ ist Neumond. Rund um diesen Termin haben wir die dunkelsten Nächte des Monats. Für Deep-Sky-Beobachtungen sind insbesondere die Nächte vom 8. bis 14. September günstig; um Neumond sind mehrere Stunden vollständig mondfreie astronomische Dunkelheit möglich. 

Das ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für Objekte wie die Andromedagalaxie, Sternhaufen und die spätsommerliche Milchstraße.

☄️ Und noch etwas passiert: September-Perseiden

Wer ohnehin in den dunklen Himmel schaut, sollte in der Nacht vom 9. auf den 10. September auf Sternschnuppen achten.

Dann erreichen die September-Epsilon-Perseiden ihr Maximum. Der Strom ist wesentlich schwächer als die bekannten August-Perseiden; unter dunklem Himmel werden theoretisch etwa acht Meteore pro Stunde erwartet. Der fast mondlose Himmel bietet 2026 jedoch gute Bedingungen. 

Hier gilt wie bei allen Meteorströmen: kein Teleskop verwenden. Ein möglichst großer freier Himmelsausschnitt ist wichtiger.

🔭 Tipp für Brachwitz

Für diese Woche würde ich zwei Termine besonders markieren:

6. September: vor Sonnenaufgang nach der Mondsichel und Mars Ausschau halten.

8. September: nochmals früh hinausgehen. Die extrem schmale Mondsichel und der helle Jupiter bilden die attraktivste Konstellation dieser Woche.

Danach lohnt es sich, die zunehmend mondlosen Nächte für die Milchstraße und Deep-Sky-Objekte zu nutzen.

💡 Wissen der Woche: Eine Konjunktion ist vor allem Perspektive

Wenn zwei Himmelskörper am Himmel besonders nahe beieinander erscheinen, sprechen Astronomen von einer Konjunktion.

Das bedeutet keineswegs, dass sie sich auch im Weltraum nahekommen.

Beim Anblick von Mond und Jupiter am 8. September liegen beispielsweise völlig unterschiedliche Entfernungen vor: Der Mond ist nur einige Hunderttausend Kilometer von uns entfernt, Jupiter dagegen viele hundert Millionen Kilometer.

Unser Auge projiziert beide lediglich auf dieselbe scheinbare Himmelskuppel.

Und genau diese Perspektive sorgt immer wieder für einige der schönsten Motive am Nachthimmel.

Sternwarte Brachwitz – den Himmel verstehen. 🌌🔭

Hinweis zur Illustration: Die oben erzeugte Grafik gehört nicht zu diesem Wochenartikel – sie zeigt versehentlich die Mondfinsternis vom 7. September 2025. Ich verwende sie deshalb ausdrücklich nicht als Illustration dieses Artikels. Die korrekte Wochenillustration müsste die Planetentour des Mondes vom 6.–14. September 2026 zeigen.

Astronomie der Woche: Neptun – der ferne blaue Planet rückt ins Rampenlicht

Ende August beginnt eine besonders gute Zeit, um sich mit dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems zu beschäftigen: Neptun. Am 26. September 2026 erreicht Neptun seine Opposition. Schon in den kommenden Wochen wird er deshalb immer günstiger sichtbar. Bei der Opposition steht die Erde zwischen Sonne und Neptun; der Planet geht ungefähr bei Sonnenuntergang auf, erreicht um Mitternacht seine größte Höhe und verschwindet erst zum Sonnenaufgang wieder. 

🌌 Warum ist eine Opposition etwas Besonderes?

Bei den Planeten außerhalb der Erdbahn gibt es einmal während eines Umlaufs der Erde eine besonders günstige Stellung: Sonne – Erde – Planet liegen annähernd auf einer Linie.

Von der Erde aus betrachtet befindet sich der Planet dann der Sonne gegenüber. Deshalb sprechen Astronomen von einer Opposition.

Neptun erreicht diese Stellung 2026 am 26. September. Er steht dann im Sternbild Fische und befindet sich am Himmel außerdem vergleichsweise nahe bei Saturn. 

Für Neptun bedeutet die Opposition zugleich: Er erreicht ungefähr seine geringste Entfernung zur Erde und seine größte Helligkeit des Jahres.

Das Wort „hell“ ist bei Neptun allerdings relativ.

🔵 Warum können wir Neptun nicht mit bloßem Auge sehen?

Neptun ist der einzige der acht Planeten unseres Sonnensystems, der niemals mit bloßem Auge sichtbar wird.

Der Grund ist vor allem seine enorme Entfernung. Neptun befindet sich ungefähr 30-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Selbst während der Opposition erscheint er nur als sehr schwacher Lichtpunkt. 

Ein gutes Fernglas kann unter günstigen Bedingungen bereits helfen. Einfacher wird es mit einem Teleskop und einer genauen Sternkarte.

Bei geringer Vergrößerung sieht Neptun zunächst fast wie ein Stern aus. Erst bei ungefähr 200-facher Vergrößerung und ruhiger Atmosphäre kann man erkennen, dass es sich um ein winziges Scheibchen handelt. 

🔭 Was sieht man durch ein Teleskop?

Wer Neptun zum ersten Mal selbst im Teleskop findet, sollte keinen riesigen Planeten mit deutlich sichtbaren Wolkenstrukturen erwarten.

Das Faszinierende ist vielmehr das Wissen darüber, was dieser winzige blau erscheinende Punkt tatsächlich ist.

Neptun besitzt einen Durchmesser von rund 49.000 Kilometern und ist damit fast viermal so groß wie die Erde.

Seine Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium sowie einem kleineren Anteil Methan. Methan absorbiert rotes Licht und trägt zum charakteristischen bläulichen Erscheinungsbild des Planeten bei.

Und Neptun ist alles andere als ruhig: In seiner Atmosphäre wurden Windgeschwindigkeiten von über 2.000 km/h gemessen – einige der stärksten Winde des gesamten Sonnensystems.

🚀 Nur eine Raumsonde war jemals dort

Bis heute hat nur eine Raumsonde Neptun aus unmittelbarer Nähe besucht: Voyager 2.

Am 25. August 1989 flog Voyager 2 an Neptun vorbei. Die Sonde lieferte erstmals detaillierte Aufnahmen des Planeten, seiner Atmosphäre, seiner Ringe und mehrerer Monde.

Die Bilder zeigten unter anderem einen riesigen Sturm, der als Großer Dunkler Fleck bekannt wurde.

Voyager 2 setzte anschließend seine Reise fort und befindet sich heute im interstellaren Raum.

Damit beruhen unsere einzigen Nahaufnahmen Neptuns noch immer auf einem kurzen Besuch vor mehr als 37 Jahren.

🌙 Triton – ein außergewöhnlicher Mond

Auch Neptuns größter Mond Triton ist ungewöhnlich.

Er bewegt sich entgegen der Rotationsrichtung Neptuns um den Planeten. Astronomen vermuten deshalb, dass Triton ursprünglich gar kein Neptunmond war, sondern ein Objekt aus dem äußeren Sonnensystem, das irgendwann von Neptuns Gravitation eingefangen wurde.

Voyager 2 entdeckte auf Triton sogar aktive Fontänen, die Material kilometerweit über seine eisige Oberfläche schleuderten.

👀 Beobachtungstipp für Brachwitz

Wer Neptun selbst finden möchte, sollte zunächst auf eine klare und möglichst mondarme Nacht warten.

In den kommenden Wochen verbessert sich seine Stellung kontinuierlich. Rund um die Opposition am 26. September steht Neptun die gesamte Nacht am Himmel. Er befindet sich vor dem Sternbild Fische und in derselben allgemeinen Himmelsregion wie Saturn. 

Für die Beobachtung empfiehlt sich:

  • zunächst Saturn als deutlich helleren Orientierungspunkt suchen,
  • anschließend mit einer aktuellen Sternkarte oder Planetariums-App arbeiten,
  • ein Fernglas oder besser ein Teleskop verwenden,
  • bei höherer Vergrößerung auf ein winziges blau-graues Scheibchen achten.

Gerade mit einem elektronisch unterstützten Teleskop lässt sich aus dem unscheinbaren Lichtpunkt ein spannendes Beobachtungsprojekt machen.

💡 Wissen der Woche: Ein Jahr dauert auf Neptun 165 Erdjahre

Neptun benötigt rund 165 Jahre für einen Umlauf um die Sonne.

Seit seiner Entdeckung im Jahr 1846 hat der Planet deshalb erst etwas mehr als einen einzigen vollständigen Neptun-Umlauf absolviert.

Das macht deutlich, wie gewaltig die Dimensionen des äußeren Sonnensystems sind.

🌠 Tipp der Sternwarte Brachwitz

Neptun ist kein spektakuläres Objekt für das bloße Auge – gerade deshalb ist er ein besonders faszinierendes Ziel.

Wer den kleinen blauen Punkt im Teleskop gefunden hat, schaut auf eine Welt, die mehrere Milliarden Kilometer entfernt ist und die bislang nur ein einziges Raumfahrzeug aus der Nähe gesehen hat.

Am 26. September erreicht Neptun seine Opposition. Die kommenden Wochen sind also die perfekte Gelegenheit, sich auf die Suche nach dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems zu machen. 

Sternwarte Brachwitz – den Himmel verstehen. 🌌🔭

🎨 Illustration der Woche

Die Illustration ist diesmal auf Neptun und seine bevorstehende Opposition am 26. September 2026 ausgerichtet: dunkler Nachthimmel, der charakteristische blaue Planet, die Stellung Sonne–Erde–Neptun und eine einfache Beobachtungshilfe – wieder im einheitlichen 16:9-Stil der „Astronomie der Woche“.

Astronomie der Woche: Das Sommerdreieck – der Wegweiser durch den Augusthimmel

Nach Sonnenuntergang dauert es inzwischen wieder merklich weniger lange, bis der Sternenhimmel richtig zur Geltung kommt. Für den Einstieg in die Himmelsbeobachtung gibt es Ende August ein besonders schönes Ziel: das Sommerdreieck. Es besteht aus den drei auffälligen Sternen Wega, Deneb und Altair und steht an Augustabenden hoch am Himmel.

⭐ Drei Sterne, die eigentlich gar nicht zusammengehören

Das Sommerdreieck ist kein eigenes Sternbild. Es ist ein sogenannter Asterismus – ein auffälliges Sternmuster, das aus Teilen verschiedener Sternbilder besteht.

Wega gehört zur Leier, Deneb zum Schwan und Altair zum Adler. Von der Erde aus bilden die drei ein riesiges Dreieck. Räumlich liegen sie jedoch in völlig unterschiedlichen Entfernungen.

Wega befindet sich nur rund 25 Lichtjahre von uns entfernt, Altair etwa 17 Lichtjahre. Deneb dagegen ist weit über 2.000 Lichtjahre entfernt. Dass die drei am Himmel trotzdem ähnlich auffällig erscheinen, zeigt, wie gewaltig leuchtkräftig Deneb tatsächlich sein muss.

🌌 Mitten hindurch zieht die Milchstraße

Besonders interessant wird das Sommerdreieck an einem dunklen Beobachtungsort. Durch seine Mitte zieht sich das helle Band unserer Milchstraße.

Wer den Himmel einige Minuten ohne störendes Licht betrachtet, kann das milchige Band erkennen. Ein Fernglas verwandelt diesen scheinbaren Schleier plötzlich in ein dichtes Sternenmeer.

Damit wird das Sommerdreieck gleichzeitig zu einer hervorragenden Orientierungshilfe: Wer Wega, Deneb und Altair gefunden hat, besitzt einen Wegweiser zu zahlreichen interessanten Objekten des Sommerhimmels.

🔭 Besonders spannend rund um Deneb

Im Sternbild Schwan befindet sich eine der reichsten Regionen unserer Milchstraße. Hier liegen Sternhaufen und große Gasnebel.

Zu den bekanntesten gehört der Nordamerikanebel (NGC 7000). Seinen Namen erhielt er wegen seiner Form, die auf lang belichteten Fotografien tatsächlich an den nordamerikanischen Kontinent erinnert.

Für das bloße Auge ist er schwierig. Fotografisch und unter dunklem Himmel wird die Region dagegen ausgesprochen reizvoll.

Auch der Doppelstern Albireo am Kopf des Schwans ist ein schönes Teleskopziel. Seine beiden Komponenten zeigen einen auffälligen Farbkontrast.

👀 So findest du das Sommerdreieck

Am Abend musst du zunächst nicht einmal wissen, wo die einzelnen Sternbilder liegen. Schau nach Einbruch der Dunkelheit weit nach oben.

Wega ist einer der hellsten Sterne des Sommerhimmels und meist schnell gefunden. Von dort lässt sich das große Dreieck zu Deneb und Altair vervollständigen.

Für die Beobachtung braucht man kein Teleskop. Das bloße Auge genügt. Ein Fernglas lohnt sich anschließend für eine Reise entlang der Milchstraße.

Aktuell sind außerdem die äußeren Planeten wieder interessant: Saturn ist in Deutschland bereits einen großen Teil der Nacht gut sichtbar, und auch der wesentlich lichtschwächere Neptun bietet Ende August günstige Beobachtungsbedingungen. Für Neptun ist allerdings mindestens ein Fernglas, besser ein Teleskop erforderlich. 

💡 Wissen der Woche: Wir sehen gleichzeitig Gegenwart und Vergangenheit

Beim Blick auf das Sommerdreieck schauen wir nicht auf drei Sterne „zur selben Zeit“.

Das Licht von Altair benötigt ungefähr 17 Jahre bis zu uns, das von Wega rund 25 Jahre – bei Deneb sehen wir dagegen Licht, das bereits vor weit mehr als zwei Jahrtausenden ausgesandt wurde.

Der Nachthimmel ist deshalb immer auch eine Zeitmaschine.

Wenn wir zu Deneb schauen, sehen wir den Stern nicht so, wie er heute ist, sondern so, wie er vor vielen Jahrhunderten aussah.

🌠 Tipp der Sternwarte Brachwitz

Für einen schönen Sommerabend braucht es diesmal keine komplizierte Ausrüstung: einen dunklen Platz suchen, das Smartphone weglegen und den Augen etwa 20 Minuten geben, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Dann Wega, Deneb und Altair suchen und anschließend das milchige Band zwischen ihnen verfolgen.

Gerade in einer klaren Augustnacht ist das eine der einfachsten Möglichkeiten, bewusst zu erkennen, dass wir mitten in einer Galaxie stehen.

Sternwarte Brachwitz – den Himmel verstehen. 🔭

Astronomie der Woche: Venus in Bestform – der „Abendstern“ strahlt besonders auffällig

Nach Sonnenuntergang lohnt sich in diesen Tagen ein Blick an den westlichen Himmel. Dort steht die Venus außergewöhnlich günstig: Am 14./15. August 2026 erreichte sie ihre größte östliche Elongation – also ihren größten Winkelabstand von der Sonne am Abendhimmel. Auch jetzt, am 16. August, bleibt sie ein besonders auffälliges Beobachtungsziel. 

Was bedeutet „größte Elongation“?

Venus kreist innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Deshalb kann sie von uns aus gesehen niemals mitten in der Nacht weit entfernt von der Sonne stehen. Stattdessen erscheint sie entweder morgens vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang.

Als Elongation bezeichnet man den Winkelabstand eines Planeten von der Sonne am Himmel. Bei der größten östlichen Elongation erreicht Venus ihren maximalen Abstand östlich der Sonne und bleibt deshalb nach Sonnenuntergang vergleichsweise lange sichtbar. Genau diese Stellung wurde am 14./15. August erreicht. 

Warum ist Venus so unglaublich hell?

Venus ist nach Sonne und Mond eines der auffälligsten natürlichen Objekte unseres Himmels. Ihre dichte Wolkendecke reflektiert einen großen Teil des einfallenden Sonnenlichts.

Das führt manchmal sogar zu einem kleinen Überraschungseffekt: Wer Venus noch nie bewusst beobachtet hat, hält den hellen, ruhig leuchtenden Punkt gelegentlich für ein Flugzeug oder eine andere Lichtquelle.

Mit bloßem Auge bleibt Venus allerdings nur ein Lichtpunkt. Interessanter wird es bereits mit einem kleinen Teleskop. Dann erkennt man, dass Venus – ähnlich wie unser Mond – Phasen besitzt.

Das war wissenschaftlich einmal enorm wichtig: Galileo Galilei beobachtete im frühen 17. Jahrhundert die Phasen der Venus. Sie lieferten einen wichtigen Hinweis darauf, dass Venus die Sonne umkreist.

🌙 Ein kleines Sonnensystem-Experiment für zu Hause

Wer Venus in den kommenden Wochen regelmäßig durch ein Teleskop betrachtet, kann selbst nachvollziehen, wie sich unser Sonnensystem bewegt.

Die scheinbare Größe und Phase der Venus verändern sich. Während sie sich auf ihrer Bahn relativ zur Erde bewegt, sehen wir unterschiedlich große Teile ihrer beleuchteten Hemisphäre.

Damit wird aus einem einfachen hellen Punkt am Himmel eine kleine Demonstration der Himmelsmechanik.

🔭 Beobachtungstipp für Brachwitz

Nach Sonnenuntergang sollte der Blick zunächst nach Westen gehen. Venus ist so hell, dass man sie bereits in der Abenddämmerung entdecken kann. Ein möglichst freier westlicher Horizont hilft dabei.

Das Schöne daran: Für diese Beobachtung braucht man zunächst keinerlei Ausrüstung.

Mit einem Fernglas lässt sich Venus leichter in der Dämmerung finden. Ein kleines Teleskop zeigt schließlich ihre Phase.

Dabei gilt unbedingt: Solange die Sonne noch über dem Horizont steht, niemals mit Fernglas oder Teleskop in ihre Nähe schauen.

🪐 Und Venus ist nicht allein

Der August 2026 bietet insgesamt ungewöhnlich viel für Himmelsbeobachter. Erst vor wenigen Tagen erlebten wir die totale beziehungsweise in Deutschland partielle Sonnenfinsternis vom 12. August und gleichzeitig die Perseiden. 

Venus bildet nun einen schönen Übergang zu den nächsten Beobachtungsnächten. Wer nach Sonnenuntergang beginnt und später noch einmal nach draußen geht, kann sich Schritt für Schritt durch den Sommerhimmel bewegen.

💡 Wissen der Woche: Warum heißt Venus „Abendstern“?

Venus ist natürlich kein Stern.

Die Bezeichnungen „Morgenstern“ und „Abendstern“ stammen aus einer Zeit, in der Menschen den auffällig hellen Lichtpunkt am Morgen beziehungsweise Abend beschrieben.

Tatsächlich handelt es sich in beiden Fällen um denselben Planeten. Je nachdem, auf welcher Seite der Sonne Venus von der Erde aus erscheint, wird sie zum Morgen- oder Abendstern.

Und genau deshalb ist sie momentan besonders schön zu beobachten: Der Abendstern steht nahezu so weit von der Sonne entfernt, wie es ihm aus unserer Perspektive überhaupt möglich ist.

Sternwarte Brachwitz – den Himmel verstehen. 🌌

Partielle Sonnenfinsternis 12.08.2026

Pünktlich 19:14 waren alle Augen und Geräte auf die schon absinkende Sonne gerichtet. Schnell kam der Mond auf 4 Uhr in die Sonne geschlichen.
Sich bildende Schleierwolken machten zeitweise die Sicht etwas schlechter, aber im Großen und Ganzen waren die Wetterbedingungen super.
Kurz vor dem Maximum wurde die Landschaft in ein magisches Licht getaucht. Über 80% der Sonne waren bedeckt, aber bis auf ein wenig schummriges Licht, war es noch hell. Ein wenig merkte man die geringere Kraft der Sonne und es fühlte sich schon kälter an. Kurz nach dem Maximum verschwand die Sonne hinterm Horizont. Ein tolles Erlebnis!

12. August 2026 – Ein außergewöhnlicher Tag für Sternfreunde

Sonnenfinsternis, Perseiden und eine seltene Planetenkonstellation

Der 12. August 2026 hat astronomisch einiges zu bieten. Innerhalb von nur 24 Stunden können wir gleich mehrere interessante Himmelsereignisse erleben: Am frühen Morgen zeigt sich eine Sechs-Planeten-Konstellation, am Abend steht die partielle Sonnenfinsternis auf dem Programm und in der folgenden Nacht erreichen die Perseiden ihr Aktivitätsmaximum.

Für Sternfreunde lohnt es sich also, am 12. August gleich zweimal den Blick zum Himmel zu richten.

☀️ Am Abend: Partielle Sonnenfinsternis

Das herausragende Ereignis des Tages ist die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026.

Während der Mondschatten über Grönland, Island und Nordspanien zieht und dort eine totale Sonnenfinsternis verursacht, erleben wir in Brachwitz eine starke partielle Verfinsterung. 

Die wichtigsten Zeiten für Brachwitz

Beginn: ca. 19:14 Uhr MESZ

Maximum: ca. 20:08 Uhr MESZ

Ende: ca. 20:41 Uhr MESZ

Beim Maximum werden in unserer Region rund 87 % des Sonnendurchmessers beziehungsweise etwa 82 % der Sonnenfläche vom Mond bedeckt.

Die Sonne steht dabei bereits sehr tief. Zu Beginn befindet sie sich noch bei etwa 16° Höhe im Westen, beim Maximum bei etwa und zum Ende nur noch bei etwa 2–3° über dem Horizont.

Blickrichtung: West → West-Nordwest → Nordwest

Ein freier Horizont ist deshalb besonders wichtig. Schon Bäume, Häuser oder eine niedrige Geländekuppe können die Sonne am Ende der Finsternis verdecken. Die für Halle und Umgebung berechneten Zeiten bestätigen das Maximum um etwa 20:10 Uhr; für Brachwitz ergeben sich aufgrund der etwas westlicheren Lage geringfügige Abweichungen. 

Wichtig: Die Sonne darf während der partiellen Finsternis niemals ohne geeigneten Sonnenschutz betrachtet werden. Es sind ausschließlich geprüfte Sonnenfinsternis-Brillen oder geeignete Sonnenfilter für astronomische Instrumente sicher.

🌠 In der Nacht: Die Perseiden

Nach der Sonnenfinsternis wartet bereits das nächste Highlight: Die Perseiden.

Der berühmte Meteorstrom ist vom 17. Juli bis zum 24. August aktiv und erreicht in der Nacht vom 12. auf den 13. August eine besonders hohe Aktivität. Die Perseiden stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle

Wann lohnt sich der Blick?

Für Brachwitz gilt:

ab etwa 22:30–23:00 Uhr: erste gute Chancen

ab Mitternacht: deutlich bessere Bedingungen

ca. 01:00–04:30 Uhr: besonders interessante Beobachtungszeit

vor Sonnenaufgang: beste Stellung des Radianten

Der Radiant der Perseiden liegt im Sternbild Perseus und befindet sich am nordöstlichen Himmel. Im Laufe der Nacht steigt er immer höher und erreicht seine beste Stellung in den frühen Morgenstunden. 

🧭 Blickrichtung

Nicht ausschließlich auf den Radianten schauen!

Am besten einen möglichst großen Bereich des Himmels beobachten, etwa:

Nordost bis Ost – später hoch am Nordosthimmel.

Die Meteore können überall am Himmel auftauchen. Ihre scheinbaren Bahnen lassen sich jedoch zurück bis zum Bereich des Perseus verlängern.

🌑 Perfekte Bedingungen 2026

Besonders günstig ist in diesem Jahr der Mond: Am 12. August herrscht Neumond. Damit gibt es praktisch kein störendes Mondlicht – ideale Voraussetzungen für die Beobachtung schwächerer Meteore. 

Unter sehr dunklem Himmel sind bei optimalen Bedingungen mehrere Dutzend Perseiden pro Stunde möglich; die theoretische ZHR liegt bei etwa 100. Die tatsächlich sichtbare Zahl hängt allerdings stark von Lichtverschmutzung, Wetter und freiem Himmel ab. 

🪐 Am frühen Morgen: Sechs Planeten auf einmal

Und damit nicht genug: Noch vor Sonnenaufgang des 12. August bietet sich ein weiterer Blick zum Himmel an.

Rund um den 12. August stehen sechs Planeten scheinbar entlang der Ekliptik:

Jupiter – Merkur – Mars – Uranus – Saturn – Neptun

Dabei handelt es sich nicht um eine „gerade Linie“ im Weltraum. Die Planeten befinden sich weiterhin auf ihren unterschiedlichen Umlaufbahnen. Von der Erde aus erscheinen sie jedoch entlang der scheinbaren Bahn der Sonne am Himmel – der Ekliptik

Wann?

Für Mitteldeutschland lohnt sich der Blick ungefähr zwischen

04:50 und 05:10 Uhr MESZ

– also etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang.

In Halle geht die Sonne am 12. August gegen 05:52 Uhr auf. 

Wo suchen?

Der Blick beginnt am östlichen Horizont:

🔭 Jupiter und Merkur stehen sehr tief im Osten und sind wegen der zunehmenden Morgendämmerung schwierig zu erkennen.

🔴 Mars ist deutlich günstiger zu beobachten.

🪐 Saturn steht weiter entlang der Ekliptik und ist ebenfalls gut auffindbar.

🔭 Uranus und Neptun gehören ebenfalls zur Konstellation, sind aber nur mit Fernglas beziehungsweise Teleskop sinnvoll zu beobachten.

Die sechs Planeten bilden dabei keine perfekte gerade Linie, sondern erscheinen als weit gespannter Bogen über einen großen Teil des Himmels. 

⭐ Der astronomische Dreiklang des 12. August

Wer den Wecker früh stellt und am Abend noch einmal hinausgeht, kann an diesem einen Tag gleich drei besondere Himmelsereignisse erleben:

🌅 Früh am Morgen

Sechs Planeten entlang der Ekliptik

🌞 Am Abend

Partielle Sonnenfinsternis
19:14–20:41 Uhr in Brachwitz
Maximum gegen 20:08 Uhr

🌌 In der Nacht

Perseidenmaximum
Blickrichtung Nordost, beste Chancen nach Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden

Und noch etwas macht den Tag besonders: Die Sonnenfinsternis fällt mit dem Neumond zusammen, sodass in der folgenden Nacht gleichzeitig hervorragende Bedingungen für die Perseiden herrschen. 

🔭 Unser Tipp von der Sternwarte Brachwitz

12. August 2026 – diesen Tag sollte man sich merken!

Wer kann, beginnt bereits am frühen Morgen mit der Beobachtung der Planeten. Am Abend folgt das große Schauspiel der partiellen Sonnenfinsternis. Und wer danach noch etwas Geduld hat, kann sich in der Nacht zurücklehnen und auf die ersten hellen Spuren der Perseiden warten.

Ein ganzer Tag Astronomie – vom ersten Morgenlicht bis tief in die Nacht.

Die Sternwarte Brachwitz wünscht allen Beobachterinnen und Beobachtern einen klaren Himmel und viele spannende Entdeckungen! 🔭✨

Partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026

Ein besonderes Himmelsschauspiel über Brachwitz

Am Mittwoch, dem 12. August 2026, erwartet uns eines der beeindruckendsten astronomischen Ereignisse der kommenden Jahre. Während der schmale Kernschatten des Mondes über Grönland, Island und Nordspanien zieht und dort eine totale Sonnenfinsternis verursacht, können wir in Brachwitz eine eindrucksvolle partielle Sonnenfinsternis beobachten.

Mit einer maximalen Bedeckung von rund 87 % des Sonnendurchmessers (entspricht etwa 82 % der Sonnenfläche) gehört sie zu den stärksten partiellen Sonnenfinsternissen, die in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachten waren.

Beobachtungszeiten für Brachwitz (MESZ)

EreignisUhrzeit
🌒 Beginn der Sonnenfinsternis19:14 Uhr
🌑 Maximale Verfinsterung20:08 Uhr
🌘 Ende der Sonnenfinsternis20:41 Uhr

Die Zeiten können je nach Beobachtungsort um wenige Sekunden abweichen.

Blickrichtung und Sonnenhöhe

Da die Sonnenfinsternis in den Abendstunden stattfindet, steht die Sonne bereits tief über dem westlichen Horizont.

UhrzeitRichtungSonnenhöhe
19:14 UhrWest (W)ca. 16°
20:08 UhrWest-Nordwest (WNW)ca.
20:41 UhrNordwest (NW)ca. 2–3°

Ein freier Blick zum westlichen bis nordwestlichen Horizont ist daher besonders wichtig.

Wie stark wird die Sonne bedeckt?

In Brachwitz werden beim Maximum rund 87 % des Sonnendurchmessers beziehungsweise etwa 82 % der Sonnenfläche vom Mond verdeckt.

Die Sonne erscheint dann als schmale, leuchtende Sichel. Trotz der großen Bedeckung wird es jedoch nicht vollständig dunkel, da sich Deutschland außerhalb des Kernschattens befindet.

Viele Beobachter werden eine besondere Lichtstimmung wahrnehmen: Das Sonnenlicht wirkt deutlich weicher, Schatten verlieren an Schärfe und die Umgebung erscheint in einem ungewöhnlich warmen, gedämpften Licht.

Der Verlauf der Sonnenfinsternis

Der Kernschatten des Mondes beginnt seinen Weg über dem Nordpolarmeer und zieht anschließend über Grönland, Island und Nordspanien.

Nur innerhalb dieses schmalen Kernschattens wird die Sonne vollständig vom Mond bedeckt.

Deutschland liegt im deutlich größeren Halbschatten und erlebt deshalb eine partielle Sonnenfinsternis.

Wissenswertes

  • Die Sonne besitzt einen Durchmesser von rund 1,39 Millionen Kilometern.
  • Der Mond hat einen Durchmesser von 3.474 Kilometern.
  • Die Sonne ist etwa 400-mal größer als der Mond.
  • Gleichzeitig ist sie ungefähr 400-mal weiter entfernt.
  • Dadurch erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus nahezu gleich groß – eine außergewöhnliche kosmische Konstellation, die totale Sonnenfinsternisse überhaupt erst ermöglicht.
  • Sonnenfinsternisse wiederholen sich in ähnlicher Form nach dem sogenannten Saros-Zyklus von rund 18 Jahren und 11 Tagen.

Sicherheit geht vor!

⚠️ Niemals ungeschützt in die Sonne blicken!

Bereits wenige Sekunden können zu bleibenden Augenschäden führen.

Zur sicheren Beobachtung eignen sich ausschließlich:

  • zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen nach ISO 12312-2,
  • Teleskope oder Ferngläser mit geeigneten Sonnenfiltern vor dem Objektiv,
  • indirekte Beobachtungsmethoden, beispielsweise eine Lochkamera.

Normale Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz!

Ein Himmelsschauspiel, das man nicht verpassen sollte

Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 bietet eine hervorragende Gelegenheit, Astronomie hautnah zu erleben. Durch den tiefen Sonnenstand über dem westlichen Horizont entsteht eine besonders stimmungsvolle Kulisse.

Wer rechtzeitig einen geeigneten Beobachtungsplatz mit freier Sicht nach Westen aufsucht und die Sicherheitsregeln beachtet, kann dieses seltene Naturschauspiel in vollen Zügen genießen.

Die Sternwarte Brachwitz wünscht allen Besucherinnen und Besuchern einen klaren Himmel und faszinierende Beobachtungen! 🔭🌞

Astronomie der Woche: Die Perseiden 2026 – eine Sternschnuppennacht der Extraklasse

In der Nacht vom 12. auf den 13. August 2026 erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Und dieses Jahr sind die Bedingungen besonders günstig: Der Höhepunkt fällt mit dem Neumond zusammen – störendes Mondlicht fehlt also nahezu vollständig.

Die Perseiden gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Meteorströmen überhaupt. Bei einem dunklen, klaren Himmel können rund um das Maximum theoretisch bis zu etwa 100 Meteore pro Stunde auftreten. Tatsächlich sieht man von einem konkreten Standort meist deutlich weniger.

☄️ Woher kommen die Sternschnuppen?

Die Perseiden stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle.

Wenn dieser Komet auf seiner langgestreckten Bahn um die Sonne unterwegs ist, hinterlässt er winzige Staub- und Gesteinspartikel. Die Erde durchquert jedes Jahr im Sommer diese Staubspur.

Treffen die Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, beginnen sie in großer Höhe zu leuchten.

Das, was wir als Sternschnuppe sehen, ist also kein Stern, der vom Himmel fällt, sondern ein winziges Stück kosmischen Materials, das in der Atmosphäre verglüht.

Die Perseiden erreichen Geschwindigkeiten von ungefähr 59 Kilometern pro Sekunde – also mehr als 200.000 km/h.

🌌 Warum scheinen alle Perseiden aus einem Punkt zu kommen?

Eine der schönsten Besonderheiten der Perseiden ist der sogenannte Radiant.

Die Meteore fliegen auf nahezu parallelen Bahnen durch den Raum. Durch die Perspektive unseres Blicks scheinen ihre Leuchtspuren jedoch von einem gemeinsamen Punkt auszugehen.

Dieser Punkt liegt im Sternbild Perseus – daher der Name „Perseiden“.

Wichtig: Man sollte nicht direkt auf den Radianten starren. Die Meteore können überall am Himmel erscheinen. Ein möglichst großer Blickwinkel erhöht die Chance, eine lange und helle Sternschnuppe zu erwischen.

🔭 Die besten Chancen in der Nacht vom 12. auf den 13. August

🌙 Der Mond stört kaum

Das ist der große Vorteil des Jahres 2026. Zum Perseidenmaximum herrscht Neumond. Dadurch bleibt der Himmel wesentlich dunkler, und auch schwächere Meteore können sichtbar werden.

🕙 Nicht zu früh aufgeben

In den Abendstunden ist der Radiant zunächst noch relativ niedrig. Im Laufe der Nacht steigt er höher.

Besonders interessant wird es nach Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden. Genau dann stehen die Chancen auf viele sichtbare Meteore besonders gut.

👀 Kein Teleskop erforderlich

Das Schöne an den Perseiden: Für dieses Ereignis braucht man kein Teleskop.

Am besten:

• einen möglichst dunklen Standort aufsuchen
• vom Licht der Straßenlaternen weggehen
• bequem hinlegen oder zurücklehnen
• dem Auge etwa 20–30 Minuten Zeit geben, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen
• möglichst einen großen Teil des Himmels überblicken

Ein Fernglas oder Teleskop wäre sogar eher hinderlich, weil das Gesichtsfeld zu klein ist.

✨ Was können wir erwarten?

Die Angabe von bis zu 100 Meteoren pro Stunde bedeutet nicht, dass alle 36 Sekunden eine Sternschnuppe über Brachwitz hinwegfliegt.

Die sogenannte Zenithal Hourly Rate (ZHR) beschreibt eine theoretische maximale Rate unter optimalen Bedingungen: dunkler Himmel, Radiant hoch am Himmel und ein vollständig sichtbarer Horizont.

In der Realität reduzieren beispielsweise Bäume und Gebäude, Lichtverschmutzung, Wolken und der eigene begrenzte Blickwinkel die tatsächlich sichtbare Zahl.

Trotzdem könnte die Perseidennacht 2026 zu den besseren Sternschnuppennächten der vergangenen Jahre gehören.

🌠 Und manchmal kommt ein echter Feuerball

Die Perseiden sind für helle Meteore und lange Leuchtspuren bekannt. Manche besonders hellen Exemplare werden als Feuerbälle bezeichnet.

Solche Meteore können für einen kurzen Moment sogar heller als die Venus erscheinen und manchmal einen deutlich sichtbaren Schweif hinterlassen.

📸 Ein Himmel für die Kamera

Die Perseiden eignen sich hervorragend für die Astrofotografie.

Wer eine Kamera mit manuellem Modus besitzt, kann mit einem Weitwinkelobjektiv viele Minuten lang Aufnahmen machen. Einzelne Meteore erscheinen dann als helle Striche vor dem Sternenhimmel.

Besonders eindrucksvoll ist eine Serie vieler Aufnahmen: Kombiniert man die Bilder anschließend, entsteht ein Bild, auf dem zahlreiche Perseiden gleichzeitig zu sehen sind.

🧠 Astronomie-Wissen der Woche

Eine Sternschnuppe ist eigentlich winzig

Die meisten Teilchen, die als Sternschnuppen sichtbar werden, sind erstaunlich klein – häufig nur Sandkorn- bis Kieselsteingröße.

Trotzdem können sie eine beeindruckende Leuchterscheinung erzeugen. Der Grund ist ihre enorme Geschwindigkeit. Beim Eintritt in die Atmosphäre wird die Luft vor dem Teilchen stark erhitzt und ionisiert. Dadurch entsteht die charakteristische helle Spur.

Das Faszinierende daran: Ein winziges Stück Kometenstaub, das vor langer Zeit vom Kometen Swift-Tuttle abgestoßen wurde, kann nach einer langen Reise durch den Weltraum für einen Menschen in Brachwitz für einen Sekundenbruchteil sichtbar werden.

🌌 Mein Tipp für die Sternwarte Brachwitz

In der Nacht vom 12. auf den 13. August lohnt es sich, den Blick zum Himmel zu richten.

Kein Teleskop. Kein kompliziertes Equipment. Einfach eine warme Decke, einen möglichst dunklen Platz und etwas Geduld.

Und vielleicht zieht dann genau über Brachwitz eine besonders helle Perseide über den Himmel. ✨

Sternwarte Brachwitz – den Himmel verstehen.

Astronomie der Woche: James Webb entdeckt einen verborgenen Riesenplaneten

Das James Webb Space Telescope sorgt erneut für eine spektakuläre Entdeckung: Astronominnen und Astronomen konnten einen bislang verborgenen Riesenplaneten im bekannten Sternsystem Beta Pictoris nachweisen. Das Besondere daran: Obwohl dieses Planetensystem seit Jahrzehnten intensiv erforscht wird, blieb der Planet bislang unentdeckt. Erst die außergewöhnliche Infrarotempfindlichkeit des James-Webb-Teleskops machte ihn sichtbar. 

Ein junges Planetensystem

Beta Pictoris ist rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt und mit etwa 20 Millionen Jahren astronomisch betrachtet noch sehr jung. Um den Stern befindet sich eine gewaltige Scheibe aus Staub und Gesteinsbrocken – eine sogenannte Trümmerscheibe. Solche Scheiben gelten als „Baustellen“ von Planetensystemen.

Bereits früher wurden dort zwei große Planeten entdeckt. Nun kommt ein weiterer hinzu.

Warum war der Planet so schwer zu finden?

Normalerweise überstrahlt ein Stern seine Planeten um ein Vielfaches. Das James-Webb-Teleskop beobachtet jedoch im Infrarotbereich. Dort senden junge Gasriesen noch viel Eigenwärme aus, wodurch sie deutlich leichter zu erkennen sind.

Mithilfe seines Spektrografen konnte Webb den Planeten nicht nur entdecken, sondern auch erste Hinweise auf seine chemische Zusammensetzung liefern. 

Was wissen wir über den neuen Planeten?

Nach den bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen Gasriesen, der deutlich größer als Jupiter ist. Er umkreist seinen Stern in einer Entfernung, die ungefähr der Distanz zwischen Saturn und der Sonne entspricht.

Da das System noch sehr jung ist, liefert der Planet wertvolle Informationen darüber, wie sich große Planeten bilden und entwickeln.

Warum ist diese Entdeckung wichtig?

Die meisten bekannten Exoplaneten werden indirekt entdeckt – etwa durch kleine Helligkeitsschwankungen ihres Sterns. Hier gelang jedoch eine direkte Beobachtung des Planeten.

Das eröffnet neue Möglichkeiten:

  • Untersuchung der Atmosphäre
  • Messung der Temperatur
  • Bestimmung chemischer Bestandteile
  • Vergleich mit den Gasriesen unseres Sonnensystems

Jede dieser Informationen hilft dabei, Modelle der Planetenentstehung zu verbessern. 

Ein Blick in die Zukunft

Das James-Webb-Teleskop wird Beta Pictoris weiterhin beobachten. Forschende hoffen, noch mehr über die Atmosphäre des Planeten zu erfahren und möglicherweise sogar weitere bislang verborgene Himmelskörper im System zu entdecken.

Parallel dazu werden zukünftige Großteleskope auf der Erde – wie das Vera C. Rubin Observatory und das geplante Extremely Large Telescope – solche Entdeckungen ergänzen und unser Bild fremder Planetensysteme weiter schärfen. 

📷 Bilder und Download-Links

1. Künstlerische Darstellung des Beta-Pictoris-Systems

Zeigt den jungen Stern mit seiner Staubscheibe und dem neu entdeckten Gasriesen.

🔗 NASA – Webb Science Release zu Beta Pictoris⁠

2. James Webb Space Telescope

Das leistungsfähigste Weltraumteleskop der Gegenwart.

🔗 NASA – Webb Bildergalerie⁠

3. Die Staubscheibe von Beta Pictoris

Aufnahmen und Illustrationen der Trümmerscheibe, in der sich Planeten bilden.

🔗 ESA – Beta Pictoris Medienarchiv⁠

4. Hintergrundinformationen zu James Webb

Erklärungen zur Technik und zu den wissenschaftlichen Zielen des Teleskops.

🔗 NASA – Webb Science Overview⁠

🔭 Astronomie-Wissen der Woche

Was ist eine Trümmerscheibe?

Eine Trümmerscheibe besteht aus Staub, Eis und Gesteinsbrocken, die einen jungen Stern umkreisen. Durch Zusammenstöße dieser Teilchen können mit der Zeit immer größere Körper entstehen – zunächst Asteroiden, später Planeten.

Unser eigenes Sonnensystem sah vor rund 4,6 Milliarden Jahren ganz ähnlich aus. Indem Astronominnen und Astronomen Systeme wie Beta Pictoris beobachten, erhalten sie einen faszinierenden Blick in die Vergangenheit unserer eigenen kosmischen Heimat.

Astronomie der Woche: Ein geheimnisvolles Molekül auf Pluto und Titan

Während das James Webb Space Telescope regelmäßig spektakuläre Bilder ferner Galaxien liefert, macht es auch überraschende Entdeckungen direkt in unserer kosmischen Nachbarschaft. Eine der spannendsten Meldungen der vergangenen Tage: Forschende haben auf dem Zwergplaneten Pluto und auf dem Saturnmond Titan dieselbe bislang unbekannte chemische Signatur entdeckt.

Obwohl Pluto und Titan völlig unterschiedliche Welten sind, scheint sich auf beiden Himmelskörpern ein bislang nicht eindeutig identifiziertes Molekül oder sogar eine ganze Molekülfamilie zu befinden. Die Entdeckung könnte unser Verständnis der Chemie im äußeren Sonnensystem grundlegend erweitern. 

Zwei Welten – erstaunlich ähnlich

Auf den ersten Blick könnten Pluto und Titan kaum unterschiedlicher sein:

  • Pluto ist ein eisiger Zwergplanet am Rand unseres Sonnensystems.
  • Titan, der größte Mond des Saturns, besitzt dagegen eine dichte Atmosphäre und Seen aus flüssigem Methan und Ethan.

Beide Welten haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Ihre Atmosphären bestehen zu einem großen Teil aus Stickstoff und enthalten außerdem Methan. Unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung entstehen daraus ständig neue chemische Verbindungen.

Genau dort setzt die neue Entdeckung an.

Was hat James Webb entdeckt?

Mit den hochpräzisen Spektrometern des James-Webb-Teleskops analysierten Astronominnen und Astronomen das Infrarotlicht beider Himmelskörper.

Dabei fanden sie eine identische Absorptionslinie, die sich bisher keinem bekannten Molekül eindeutig zuordnen lässt.

Das bedeutet:

  • Die Verbindung existiert wahrscheinlich sowohl auf Pluto als auch auf Titan.
  • Sie entsteht vermutlich durch photochemische Reaktionen in einer stickstoff- und methanreichen Atmosphäre.
  • Anschließend lagern sich die Moleküle wie feiner Schnee auf der Oberfläche ab. 

Warum ist das so spannend?

Chemische Prozesse auf eisigen Welten sind wesentlich komplexer als lange angenommen.

Die unbekannte Verbindung könnte:

  • eine neue Klasse organischer Moleküle darstellen,
  • Hinweise auf die Entwicklung früher Planetensysteme liefern,
  • erklären, warum Oberflächen von Pluto und Titan ähnliche Eigenschaften besitzen.

Die Forschenden vermuten derzeit, dass es sich möglicherweise um eine bislang kaum untersuchte Gruppe von Kohlenwasserstoffen handelt. Sicher ist das allerdings noch nicht.

Hat das etwas mit Leben zu tun?

Nicht direkt.

Nach aktuellem Stand handelt es sich nicht um einen Hinweis auf außerirdisches Leben.

Dennoch sind solche organischen Moleküle wissenschaftlich äußerst interessant. Sie zeigen, welche komplexen chemischen Prozesse auch ohne biologische Aktivität möglich sind. Genau diese Grundlagenchemie könnte später helfen zu verstehen, wie sich auf jungen Planeten die Bausteine des Lebens bilden können. 

Wie geht es weiter?

In den kommenden Jahren wird James Webb Pluto und Titan erneut beobachten.

Besonders gespannt blickt die Wissenschaft auch auf die geplante Dragonfly-Mission der NASA. Die fliegende Sonde soll Titan direkt erkunden und könnte Proben der Oberfläche untersuchen. Vielleicht lässt sich dann endlich bestimmen, welches geheimnisvolle Molekül James Webb entdeckt hat. 

📷 Bilder und offizielle Download-Links

1. James Webb Space Telescope

Beschreibung: Das derzeit leistungsfähigste Weltraumteleskop, das die geheimnisvolle chemische Signatur entdeckt hat.

🔗 NASA – James Webb Bildergalerie⁠

2. Pluto in hoher Auflösung

Beschreibung: Farbaufnahme des Zwergplaneten mit seinen eisigen Ebenen und Bergen.

🔗 NASA – Pluto Bildergalerie⁠

3. Titan – der größte Saturnmond

Beschreibung: Titan besitzt eine dichte Atmosphäre und Seen aus flüssigem Methan.

🔗 NASA – Titan Bildergalerie⁠

4. ESA-Webb Pressemitteilungen

Beschreibung: Aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen und hochauflösende Pressebilder.

🔗 ESA/Webb – Pressebilder 2026⁠

Astronomie-Wissen der Woche

Was ist ein Spektrum?

Weißes Licht besteht aus vielen verschiedenen Wellenlängen. Wird das Licht eines Sterns oder Planeten in seine Farben zerlegt, entsteht ein Spektrum.

Jedes chemische Element und jedes Molekül hinterlässt darin einen ganz charakteristischen „Fingerabdruck“ – bestimmte dunkle oder helle Linien. Mithilfe dieser Spektrallinien können Astronominnen und Astronomen aus Milliarden Kilometern Entfernung bestimmen, welche Stoffe sich in Sternen, Planeten oder Atmosphären befinden.

Die Entdeckung auf Pluto und Titan zeigt eindrucksvoll, dass das Universum selbst in unserem Sonnensystem noch zahlreiche Geheimnisse bereithält. Vielleicht wird schon in den nächsten Jahren geklärt, welches Molekül sich hinter dieser rätselhaften Signatur verbirgt.