Rendezvous am Nachthimmel

Rendezvous am NachthimmelD

Mit dem alljährlichen Meteorschauer der Geminiden und dem Durchzug des Kometen Wirtanen stehen diesen Dezember noch zwei astronomische Höhepunkte auf dem Programm. Doch für ein spektakuläres Erlebnis muss natürlich auch das Wetter mitspielen.

Für Freunde der Astronomie hat der Dezember noch ein paar Highlights zu bieten. Zum einen setzen die alljährlich wiederkehrenden Sternschnuppen der Geminiden einen visuellen Reiz, zum anderen wird auch der Komet „Wirtanen“ (46P) Mitte des Monats gut beobachtbar sein.

Der Komet 46P wurde am 17. Januar 1948 vom US-amerikanischen Astronomen Carl Alvar Wirtanen (1910-1990) entdeckt. Neben diesem spürte er noch weitere vier Kometen sowie acht Asteroiden auf. Der Himmelskörper Wirtanen reizt Wissenschaftler schon seit längerer Zeit, im Jahre 2003 war der Komet sogar ursprüngliches Ziel der Rosetta-Mission. Aufgrund von technischen Problemen konnte der Start der Trägerrakete aber nicht rechtzeitig erfolgen. Mit astronomischer Spezialausrüstung kann Wirtanen bereits seit Anfang November verfolgt werden. Am 16. Dezember wird dieser der Erde besonders nahe kommen und durch seine Helligkeit zumindest mit Ferngläsern gut sichtbar sein. Allerdings ist Wirtanen dann immer noch 30 Mal weiter entfernt als der Mond.

Die Geminiden treten regelmäßig zwischen dem 04. und dem 17. Dezember auf und sind mittlerweile der stärkste Meteorstrom des Jahres. Das Maximum wird meist um den 14. Dezember herum erreicht. Die Sternschnuppen entstehen dadurch, dass die Erde die von einem Asteroiden bzw. einem Kometen durch Staub verunreinigte Spur kreuzt. Diese Staubteilchen dringen dabei in die Atmosphäre ein und verglühen dort. Die genaue Verunreinigungsquelle war bei den Geminiden bisher nicht restlos geklärt. Nach einer aktuellen Meldung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) scheint mittlerweile aber wissenschaftlich festzustehen, dass wahrscheinlich Asteroid „Phaeton“ der Quellkörper ist. Neben den Geminiden im Dezember sind auch noch die Perseiden im Sommer und die Leoniden im Spätherbst besonders bekannt. 

Die Grundvoraussetzung schlechthin für magische Augenblicke ist natürlich eine freie und durch Wolken möglichst ungestörte Himmelssicht. Der beste Blick auf den Nachthimmel gibt es auf natürlichen Anhöhen, Hügeln oder Bergen sowie im Bereich von ausgedehnten Feldern außerhalb der lichtdurchfluteten Ballungsräumen. Die zweite wichtige Voraussetzung ist wesentlich schwieriger zu erreichen, denn auf das Wettergeschehen haben wir (zum Glück) keinen Einfluss. 

Aus heutiger Sicht können die Bewölkungsbedingungen in den Wochenendnächten weder als optimal, noch als ganz schlecht bewertet werden. In der Nacht zum Samstag ist es wolkig und vereinzelte Schneeschauer klingen langsam ab. Daher muss wohl geduldig auf längere klare Abschnitte gewartet werden. In der Nacht zum Sonntag sind die Beobachtungsmöglichkeiten in einem breiten Streifen von Niedersachsen bis nach Bayern sowie in den Gebieten östlich davon wahrscheinlich etwas besser. Vergessen Sie aber bitte nicht wärmende Kleidung, denn in den Nächten wird bei Tiefstwerten zwischen -2 und -8 Grad leichter bis mäßiger Frost erwartet. In schneebedeckten Tälern der Mittelgebirge und der Alpen sind Werte unter -10 Grad wahrscheinlich.

Dem Thema Sternschnuppen widmet sich das Wettermuseum in Lindenberg (Tauche) dieses Jahr in Form einer besonderen Veranstaltung. Am Samstag (15.12.2018) kann sich jedermann zwischen 16:00 und 22:00 Uhr über Wetter, Klima und Astronomie und deren Interaktionen informieren. Neben Vorträgen und Diskussionen zu astronomischen Klimaeinflüssen wird es natürlich auch nähere Informationen zu den Geminiden geben. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine gemütliche Himmelsbeobachtung am Lagerfeuer bei Bratwurst und Glühwein.

Der Deutsche Wetterdienst pflegt eine offizielle Kooperation mit dem Wettermuseum, das direkt neben dem Meteorologischen Observatorium Lindenberg (Richard-Aßmann-Observatorium) beheimatet ist.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 12.12.2018

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Rendezvous am Nachthimmel

News vom eVscope

Wie sieht es aus mit der Entwicklung des eVscope?

Diese Frage treibt viele Interessenten der Sternwarte Brachwitz um. Nun gibt es Neuigkeiten. Nach vielen Tests und Änderungen wurde vor wenigen Tage der erste Prototyp, des fertigen eVscope auf Kickstarter gezeigt. Der Prototyp für die Massenfertigung ist der finale Schritt in diesem Abschnitt. Alle wichtigen Dinge sind implementiert und das Gehäuse ähnelt nun dem ursprünglichen Entwurf. Der Primärspiegel wurde zuletzt nochmals angepasst, wie auch das Stativ. Nun ist dieser Prototyp fertig für einen Echten Härtetest. Neben Kalifornien, sind auch Tests in New York und Marseille geplant. Immer wird das eVscope im Rucksack reisen und vor Ort, direkt im lichtverschmutzten Stadtkern getestet. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und die Erkenntnisse für die Endfertigung. 

Mathias Hoßbach – Sternwarte Brachwitz

Sternhimmel

Sternhimmel

Die Hochdruckwetterlage der vergangenen Wochen hatte nicht nur eine sehr sonnenscheinreiche und warme Zeit zur Folge, sondern man konnte nachts in der trockenen Luft wunderbar die Sterne beobachten. Immerhin wird es jetzt schon deutlich früher dunkel als im Sommer und trotzdem sind die Temperaturen in den Abendstunden immer noch angenehm.

Normalerweise ist der Herbst nicht der Freund von Sterngucker und Hobbyastronomen. Häufig gibt es Nebel und Dunst. Nicht so in diesem Jahr, denn eine außergewöhnliche Hochdruckwetterlage sorgt für zahlreiche klare Nächte. 

So lassen sich derzeit in den Abendstunden im Zenit und im Westen noch die Sommersternbilder beobachten. Die hellsten Sterne Altair, Wega und Deneb bilden das sogenannte „Sommerdreieck“. Währenddessen sieht man im Nordosten und Osten schon die typischen Herbstgestirne mit Kassiopeia (dem Himmels-W), Andromeda, Perseus sowie den Stier mit seinem roten Hauptstern Aldebaran und den Sternhaufen der Plejaden (Siebengestirn). Im Süden leuchtet der Mars als sehr helles rotes Himmelsobjekt. In dunklen, ländlichen Gegenden lässt sich das Band der Milchstraße erkennen, das sich jetzt von Osten über den Zenit nach Westen erstreckt.

Voraussetzung für einen gut sichtbaren Sternhimmel ist nicht nur allein der wolkenfreie Himmel. So beeinflussen weitere atmosphärische Einflüsse das Sternenlicht auf seinem Weg durch die Atmosphäre. Ein wichtiger Faktor ist die Luftfeuchtigkeit. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich Dunst, der das Licht der Sterne streut und somit schwächt. Für einen „guten“ Himmel ist also eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit von Nöten. Unter anderem deshalb stehen auch viele große Observatorien in der Wüste. Eine trockene Atmosphäre ist allerdings noch kein Garant für gute Beobachtungsbedingungen. Bei der Beobachtung mit Teleskopen spielt die Luftunruhe bei höheren Vergrößerung eine zunehmende Rolle. Bei Luftunruhe wird das Licht der Sterne unregelmäßig abgelenkt (unregelmäßige Brechung). Daher kommt auch das Funkeln der Sterne. Im Teleskop fängt das Bild an zu flimmern und wird unscharf, Astronomen sprechen auch von Seeing. Für Luftunruhe und damit schlechtem Seeing sind hauptsächlich Turbulenzen in der unteren Atmosphäre oder stärkere vertikale Temperaturgegensätze verantwortlich.

Doch der wichtigste Faktor bei der Sternbeobachtung ist die Lichtverschmutzung. Durch die günstige LED-Beleuchtung wird die Nacht immer mehr zum Tag gemacht. Das künstliche Licht wird dabei in der Atmosphäre gestreut und hellt den Nachthimmel auf. Bei einem unverschmutzten Himmel lassen sich tausende von Sternen mit bloßem Auge beobachten. In großen Städten erkennt man jedoch nicht mal mehr die hellen Sternbilder. So haben viele Städter noch nie die Milchstraße gesehen. 

Fotografisch kann man mit längeren Belichtungszeiten jedoch auch in der Stadt noch Astronomie betreiben, wie das Bild des Zentrums der Andromedagalaxie, das in einem Vorort von Frankfurt am Main gemacht wurde, zeigt (siehe https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/10/14.html). Die Andromedagalaxie oder auch großer Andromedanebel ist mit 2 Mio. Lichtjahren Entfernung unsere Nachbargalaxie. Sie ist ein Sternsystem, wie unsere Milchstraße, das eine Billion Sterne beherbergt. Zu erkennen sind neben bläulichen Sternhaufen auch dunkle Staubbänder und leicht rötlich leuchtende Wasserstoffnebel. Auf dem Land kann man in klaren Nächten diese Galaxie sogar mit bloßem Auge im Sternbild Andromeda finden. Zu Zeiten der chemischen Fotografie waren solche Bilder nur den großen Observatorien oder wenigen Spezialisten mit großem Aufwand vorbehalten. Durch die digitale Fotografie kann man jetzt viele Details auch mittels Amateurgeräten einfangen. Das erwähnte Bild wurde mit einer digitalen Spiegelreflexkamera an einem Amateurteleskop aus 40 Einzelbildern mit jeweils 5 Minuten Belichtungszeit angefertigt. Damit ergibt sich eine Gesamtbelichtungszeit von über 3 Stunden. Gegen die Lichtverschmutzung hilft ein spezieller Filter, der aber durch die zunehmende LED-Beleuchtung immer mehr an Effektivität verliert. Für den Rest sorgt die digitale Bildverarbeitung.

Abgesehen vom Nordwesten Deutschlands bieten die nächsten Nächte häufig einen klaren Himmel, sodass man die Andromedagalaxie suchen kann. Allerdings stört dabei immer mehr das helle Licht des zunehmenden Mondes, der in den nächsten Tagen immer später untergeht.

Dipl.-Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 14.10.2018

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Sternhimmel

Eine heiße Mission

Eine heiße Mission

Die Sonne rückt zunehmend wieder in den wissenschaftlichen Fokus. Sowohl die US-amerikanische Weltraumagentur als auch ihr europäisches Pendant haben unterschiedlich fortgeschrittene Programme zur näheren Erkundung unseres Zentralgestirns mittels Weltraumsonden auf der Agenda.

Mit zwei Tagen Verspätung hat es im zweiten Anlauf schließlich geklappt: Am gestrigen Sonntag, dem 12.08.2018, startete von Cape Canaveral in Florida die „Parker Solar Probe“, die neueste Weltraumsonde der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde (NASA). Diese hat die Aufgabe, die Atmosphäre der Sonne (die sogenannte „Korona“) näher zu untersuchen. Dafür muss die Sonde bei der Mission extremer Hitze und enormer solarer Strahlung standhalten. Die auf das wissenschaftliche Gerät einwirkende Temperatur wird immerhin mit mehr als 1300 Grad Celsius abgeschätzt.

Obwohl die Sonne unser wichtigster Himmelskörper ist, ist diese noch relativ wenig mit Weltraumsonden erforscht. Durch die enorme Hitze in der Nähe der Sonne war es bisher technisch nicht möglich, Sonden nahe genug an die Sonne heranzuführen. Allerdings ist die aktuelle Mission nicht die erste, die sich mit der Sonne beschäftigt. Bereits im Jahre 1974 startete die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit den Vereinigten Staaten die Sonde Helios 1. Zwei Jahre später folgte schließlich wie geplant deren Zwilling Helios 2. Beide Sonden untersuchten den Raum zwischen der Erde und unserem Zentralgestirn. Helios 1 näherte sich dabei der Sonne auf etwas über 46 Millionen Kilometern an, Helios 2 kam etwas näher an die Sonne heran. Die technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte machen es nun aber möglich, dass sich die Parker Solar Probe der Sonne auf voraussichtlich 6 Millionen Kilometer nähern wird.

Wie fast jede Weltraummission hat auch die aktuell gestartete Untersuchung zum Ziel, mehr über die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu erfahren. Immerhin ist die Sonne der Lieferant von Licht und Wärme für unseren Planeten. Außerordentlich wichtig ist aber auch, dass die sogenannten „Sonnenwinde“ besser verstanden werden. Solche „Winde“, die den Ausgang auf der Sonne haben, bestehen aus ionisierten Gasen (hauptsächlich Wasserstoff) als Teilchenstrom. Der „langsame“ Sonnenwind erreicht dabei in Erdnähe eine Geschwindigkeit von 300 bis 500 km/s, der „schnelle“ Sonnenwind kann sogar bis zu 750 km/s schnell sein und braucht daher von der Sonne bis zur Erde nur 2 bis 4 Tage. Starke Sonnenwinde können vor allem die Kommunikation mit Satelliten stören. Selbst auf der Erde sind bei vergangenen starken Ereignissen elektronische Geräte in Mitleidenschaft gezogen worden. Damit besteht ein erhöhtes Gefahrenpotential für unsere Stromversorgung und die elektronische Kommunikation.

In Kenntnis der Gefährlichkeit von solchen solaren Winden gibt es mit dem „Weltraumwetter“ sogar eine eigene wissenschaftliche Teildisziplin. Diese hat unter anderem zur Aufgabe, Sonnenwinde und deren Stärke möglichst exakt zu prognostizieren. Mit solchen Vorhersagen können zum einen die für unsere Gesellschaft mittlerweile so wichtig gewordenen Satelliten, zum anderen die terrestrische elektronische Infrastruktur besser geschützt werden. Immerhin hängen auch die Wetterprognosen zu einem großen Teil von Messungen entsprechender Satelliten ab. Würden einige davon zur gleichen Zeit ausfallen, hätte das massive Folgen für die Wettervorhersagen. Diese Gefahren wurden auch in Europa erkannt, daher wird die ESA (Europäische Weltraumorganisation) im Jahre 2020 ebenfalls eine Sonde zur Sonne schicken.

Doch kommen wir vom Weltraumwetter zurück zum aktuellen Wetter in Deutschland. Am heutigen Montag wird es vor allem im Osten und Südosten des Landes erneut heiß mit Temperaturen über 30 Grad. Allerdings erreicht den Westen bereits die Kaltfront eines Tiefs mit Kern über der Nordsee, am Abend wird diese auch in den östlichen Landesteilen ankommen. Im Vorfeld dieser Front kommt es vor allem im Südosten zu kräftigen Gewitterentwicklungen, die örtlich auch unwetterartig mit heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen ausfallen können. Allerdings werden auch in den übrigen Regionen, das heißt vor allem im Westen und Nordwesten, Schauer und Gewitter entstehen, die mit Sturmböen einhergehen können.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.08.2018

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Eine heiße Mission

Die Nacht der Sternschnuppen: Wo Sie die Perseiden am besten sehen können

Die Nacht der Sternschnuppen: Wo Sie die Perseiden am besten sehen können

Die Nacht der Sternschnuppen: Wo Sie die Perseiden am besten sehen können

In der kommenden Nacht zum Montag wird das Maximum des Perseiden-Meteorregens erreicht. Bis zu 100 Sternschnuppen sind dabei pro Stunde zu sehen. Doch wo kann man am besten das Naturschauspiel beobachten?

Jedes Jahr um den 12. August ist mit hunderten von Sternschnuppen ein beeindruckendes Schauspiel am Nachthimmel zu sehen – vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit. Grund dafür sind die sogenannten „Perseiden“, der stärkste Sternschnuppenstrom, den es gibt.

Wie entsteht der Perseidenstrom?

Wenn ein Komet seine Bahn um die Sonne dreht, hinterlässt er Gase, Moleküle und Staubteilchen, die ihn als eindrucksvollen Schweif begleiten. Wenn die Erde nun diese „Staubspur“ kreuzt, fliegen die Staubteilchen, die der Komet hinterlassen hat, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre und verglühen dort. Genau dieses Verglühen sehen wir auf der Erde als Lichtstreif, die Sternschnuppe. Die Erde kreuzt den Staubstrom des Kometen jedes Jahr von Mitte Juli bis Ende August, wobei das Aktivitätsmaximum des Sternschnuppenschwarms um den 12. August erreicht wird.

Woher kommt der Name „Perseiden“?

Ihren Namen haben die Perseiden vom Sternbild Perseus. Denn es wirkt im Auge des Betrachters, als liege dort der Ausgangspunkt der Meteore. Zuweilen hört man auch die Bezeichnung „Tränen des Laurentius“. Der Heilige Laurentius starb den Märtyrertod laut Überlieferung am 10. August – und der Legende nach vergoss der Himmel Tränen über seinen Tod.

Wie und wo lassen sich die Sternschnuppen am besten beobachten?

Die beste Zeit, um viele Sternschnuppen zu sehen, ist ab heute Abend 23 Uhr bis morgen früh ca. 05 Uhr. Idealerweise schaut man in östliche Richtung, zum Sternenbild Perseus. Experten rechnen damit, dass durchschnittlich 60 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sind, lokal sogar bis zu 100. Am besten lassen sich die Sternschnuppen von einem möglichst dunklen Ort beobachten. Wenn man in der Stadt wohnt, sollte man möglichst rausfahren oder auf einen nahegelegenen Berg oder Hügel gehen, weit weg von künstlichen Lichtquellen, die die Sicht stören. Diese Lichtverschmutzung der großen Städte und Ballungszentren ist auch gut im beigefügten Satellitenbild zu erkennen. Diese Momentaufnahme machte ein hochaufgelöster NASA-Satellit vor drei Nächten. Es sind aber auch durchaus Regionen auf dem Bild zu sehen, die deutlich ungestörter von künstlichen Lichtquellen sind; der Nordosten Deutschlands zum Beispiel. Gülpe im Havelland gilt dabei übrigens als der dunkelste Ort Deutschlands.

Spielt das Wetter mit?

Die Bedingungen für die Sichtung vieler Sternschnuppen sind insgesamt gut. Im Norden Deutschlands können dichtere Wolkenfelder die Sicht trüben, in der Mitte und im Süden ist es jedoch oft wolkenlos. In der zweiten Nachthälfte ziehen von Westen allerdings dichtere Wolken auf, von NRW über Rheinland-Pfalz bis in den Südwesten Baden-Württembergs sollten Campingstuhl oder Decke also am besten schon für die ersten Nachtstunden bereitgehalten werden. Übrigens ist außerdem Neumond, d.h. der Mond wird die Sternschnuppen nicht überstrahlen.

Insgesamt also gute Voraussetzungen für alle, die noch viele Wünsche offen haben…

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 12.08.2018

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Die Nacht der Sternschnuppen: Wo Sie die Perseiden am besten sehen können

August

August

…ist mit 31 Tagen der achte Monat im Gregorianischen Kalender und in Zentraleuropa im Mittel der zweitwärmste Monat des Jahres. Er umfasst den Großteil der sogenannten „Hundstage“, die im alten Ägypten mit den Nilhochwässern und auch in Europa seit der klassischen Antike mit den heißesten Wochen des Jahres in Verbindung gebracht werden.

Der achte Monat des Jahres unseres Gregorianischen Kalenders war im alten Rom ursprünglich der sechste und hieß dementsprechend, nämlich „Sextilis“ (latein. sex = sechs). Namenspatron ist der römische Kaiser Augustus (23.IX. 63 v. Chr. bis 19.VIII. 14 n. Chr.), der in diesem Monat sein erstes Konsulat antrat. Ursprünglich hatte Sextilis 29 Tage, bekam durch Caesars Kalenderreform 30 und, um ihm die gleiche Länge des nach Caesar benannten Monats Juli zu geben, nach seiner Umbenennung schließlich 31 Tage. Dabei wurde der 31. Tag kurzerhand dem Februar abgeknöpft. Altgermanische Namen für den August lauten Arnodmanod oder Ernting = Erntemonat, aber auch Ährenmonat, Sichel- oder Weidemond waren bei unseren Vorfahren gebräuchlich.

Den nächtlichen Sternenhimmel im Süden ziert das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Die Frühlingssternbilder sind nun endgültig vom westlichen Firmament verschwunden und am östlichen Himmel findet man mit Pegasus und Perseus bereits die Gestirne des Herbstes. Die Tage werden spürbar kürzer, denn die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa Frankfurt am Main oder Prag, sinkt im Verlaufe des Monats um mehr als anderthalb Stunden von 15 h 15 min auf 13 h 34 min. Ende August erreicht die Sonne in Frankfurt nur noch eine Mittagshöhe von knapp 49° über dem Horizont (zur Sommersonnenwende dagegen circa 63,5°).

Unter den Planeten ist – wie bereits im Juli – der Mars am eindrucksvollsten. Der „Rote Planet“ ist fast die ganze Nacht zu sehen und nach dem Erdmond das zweithellste Objekt am Himmel. Außerdem zeigen in den Nächten vom 11. bis zum 13. August 2018 die Perseiden, ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, ihr Maximum an Sternschnuppen. Sie können in der zweiten Nachthälfte bei klarem Himmel gut beobachtet werden, zumal am 11. August Neumond ist. Weiter unten finden Sternfreunde eine von der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH und Co. KG, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im August 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

Im August sind die Temperaturunterschiede zwischen den Randmeeren Europas und dem Festland relativ gering, somit gilt er im Allgemeinen als recht beständiger Monat. Länger andauernde Hochdrucklagen sind normal und nicht selten ist der August die wärmste Zeit des Sommers. In diesem Jahr setzt der August die Hitzewelle des Vormonats zunächst fort und der gestrige 3. August 2018 war mit Tageshöchsttemperaturen von verbreitet deutlich über 30 °C und einem Spitzenwert von 37,2 °C in Darmstadt einer der heißesten Tage in Deutschland. Auch wenn die Hitzewelle im kurzfristigen Vorhersagebereich noch andauert, deutet sich im mittelfristigen Vorhersagebereich etwa ab der zweiten Hälfte der 32. Kalenderwoche von Nordwesten her eine allmähliche Abkühlung an.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 04.08.2018

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August

Mondfinsternis 2018

Mondfinsternis 2018

Nachdem die Medien diese Mondfinsternis bis ins Unendliche angepriesen hatten, war es letzten Freitag endlich so weit. Eine Mondfinsternis ist ein relativ häufiges Ereignis, doch diese war besonders schön.

Leichte Schleierwolken verdeckten zuerst den Blick auf den Mond und da er sehr schwach rot leuchtete ging er fast in der Lichtverschmutzung der umliegenden Städte unter.

Dann entfaltete die Mondfinsternis ihre volle Schönheit und der Mond leuchtete hellrot mit dem Mars um die Wette.

Ein schönes Erlebnis.

 

Der Juli

Der Juli

Der Juli

…ist mit 31 Tagen der siebente Monat im Gregorianischen Kalender und in Europa, Nordamerika sowie dem größten Teil Asiens der wärmste Monat des Jahres. Seine Bedeutung für die Erträge der beginnenden Ernte widerspiegelt sich in zahlreichen Bauern- und Wetterregeln. Glaubt man der bekannten „Siebenschläferregel“, dann behält der Sommer 2018 seien warmen bis heißen und trockenen Charakter.

Der Juli war im römischen Kalendarium ursprünglich der fünfte Monat und hieß bis zu seiner Umbenennung im Jahre 44 v. Chr. auch so, nämlich „Quintilis“. Heutiger Namenspatron ist der römische Staatsmann Gaius Julius Caesar (13.VII. 100 v. Chr. bis 15.III. 44 v. Chr.), dem auch die Kalenderreform des Jahres 44 v. Chr. zu verdanken ist. Alte deutscher Namen für den Juli lauten „Heuert“ oder „Heumond“, da im Juli die erste Heumahd eingebracht wird, aber auch „Bären- oder Honigmonat“ waren bei unseren Altvorderen gebräuchlich.

Den nächtlichen Himmel dominiert das „Sommer-Dreieck“, bestehend aus den hellen Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Das „Sommer-Dreieck“ ist allerdings kein Sternbild, sondern ein so genannter Asterismus. Damit bezeichnet man eine Sternkonstellation, die nicht „offiziell“, also von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt wurde. Die Tage werden im Juli bereits wieder deutlich kürzer, beispielsweise verringert sicht die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, im Verlaufe des Monats um etwa eine Stunde von knapp 16 h 20 min auf gut 15 h 18 min. Weiter unten finden Sternfreunde eine von der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH und Co. KG, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im Juli 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

In Mitteleuropa ist der Juli im klimatologischen Mittel der wärmste Monat des Jahres. Trotzdem gilt er bei uns gemeinhin als unbeständig, denn der Nordatlantik ist noch relativ kühl und wenn Meeresluftmassen unser Wetter beherrschen, kann der Sommer buchstäblich ins Wasser fallen (was jedoch lange nicht mehr vorkam). Andererseits können lang andauernde, hochdruckbeeinflusste Wetterlagen dem Juli einen subtropischen Charakter verleihen. Dies scheint auch 2018 der Fall zu sein, denn die in diesem Frühjahr/Sommer bereits häufig aufgetretenen Großwetterlagen mit hohem Luftdruck oder aber geringen Luftdruckgegensätzen sowie dominierenden Warmluftmassen setzen sich wahrscheinlich bis zum Monatsende fort und in der zweiten Hälfte der nächsten Woche deutet sich sogar eine „Hitzewelle“ an.

Auch der Juli kennt meteorologische Witterungsregelfälle (Singularitäten), etwa den „Siebenschläfer“, auf dem eine bekannte Bauern- oder Wetterregel beruht: „…das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“. Siebenschläfer ist zwar formal am 27. Juni, jedoch muss man bedenken, dass sich die Kalendertage vor der Gregorianischen Reform im Jahre 1582 im jahreszeitlichen Verlauf stetig verschoben hatten, so dass der Siebenschläfertag heute einem späteren Datum entspricht, und zwar ungefähr dem 7./8. Juli. Wie auch immer, im süddeutschen Raum bestimmte in 60 bis 70 % aller Fälle der Ende Juni/Anfang Juli herrschende Wettercharakter auch die Witterung des folgenden Sommers; für Norddeutschland hingegen ließ sich kein derartiger statistischer Zusammenhang feststellen. Am 7. und 8. Juli war es in Deutschland meist sonnig und trocken bei durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen um 25 °C (innerhalb des Stationsnetzes des Deutschen Wetterdienstes). Glaubt man also der Siebenschläferregel, dann steht uns noch eine trockene und warme zweite Sommerhälfte bevor.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 21.07.2018

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Der Juli

Der Sternschnuppenregen der Perseiden

Der Sternschnuppenregen der Perseiden

Kommende Woche beginnt der Sternschnuppensommer! Die Perseiden nehmen Fahrt auf, um Mitte August den Höhepunkt zu erreichen! Ein paar Details können Sie in den folgenden Abschnitten lesen.

Es wird mal wieder Zeit: Die Perseiden – der bekannteste Meteorstrom, der aus den Auflösungsprodukten des Kometen „109P/Swift-Tuttle“ besteht – kreuzen demnächst wieder die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Der Name „Perseiden“ ist dabei auf das Sternbild „Perseus“ zurückzuführen, vor dem die Sternschnuppen bei einem Blick in den Himmel zu sehen sind. Wie jedes Jahr von Mitte Juli bis Ende August (17.07. – 24.08.) können dann zahlreiche Sternschnuppen am Nachthimmel beobachtet werden. Die höchsten Fallraten sind in diesem Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. August zu erwarten. In diesem Jahr ist dabei mit einem durchschnittlich starken Sternschnuppenregen der Perseiden zu rechnen. Allerdings herrschen während der Hochzeit der Perseiden günstige astronomische Rahmenbedingungen. Da am 11. August Neumond ist, kann der sonst den Nachhimmel erhellende Erdtrabant nicht weiter stören. Die ersten Sternschnuppen können mit Aufgang des Sternbildes Perseus am Abend bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden.

Sicherlich werden dann viele Menschen – ob Singles oder Pärchen – nachts am Fenster und auf dem Balkon sitzen oder einfach auf einer Sommerwiese liegen, um den zahlreichen Sternschnuppen mit den Augen nachzujagen. Dabei werden dann zahlreiche Wünsche und Träume mit der Hoffnung auf Erfüllung in die Ewigkeit geschickt.

Doch was sind Sternschnuppen und warum werden sie hauptsächlich im August beobachtet?

In bestimmten Zeiträumen des Jahres kommt es zu einer verstärkten Sternschnuppenaktivität am Himmel. In solchen Nächten huschen zahlreiche Sternschnuppen über den Nachthimmel, die anscheinend alle einen einzigen Ausgangspunkt haben. Dieses Phänomen ist immer dann der Fall, wenn die Erde die Bahn eines Meteoritenstroms kreuzt und wiederholt Partikel in die Erdatmosphäre eindringen. Die Sternschnuppen stammen in der Regel von einem Kometen. Diese Schweifsterne sind kilometergroße Ansammlungen aus Staub und leicht flüchtigen Materialien wie gefrorenes Methan, Trockeneis und Wassereis. Die Partikel verteilen sich im Laufe der Zeit entlang der Kometenbahn und bilden den Meteorstrom.

Auf der Bahn des Meteorstroms dringen auch große Mengen solcher Partikel, sogenannte „Meteorite“, mit sehr hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein. Dabei glühen sie durch die Reibungswärme beim Eintritt in die Erdatmosphäre als „Meteore“ kurz auf und verdampfen schließlich. Das auf mehrere tausend Grad aufgeheizte Gas um verglühende Partikel herum kann der Beobachter schließlich als leuchtende Sternschnuppen beobachten.

Wer geduldig den möglichst dunklen Nachthimmel beobachtet, kann übrigens in jeder Nacht des Jahres Sternschnuppen sehen, vorausgesetzt der Himmel ist nicht mit Wolken bedeckt. Die meisten dieser sporadischen Meteore stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter, wo sich zahlreiche und unterschiedlich mächtige Gesteinsbrocken tummeln. Der größte Anteil besteht aus Partikeln in Staubkorngröße, die beim Eintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen. Größere Stücke überstehen jedoch teilweise die heiße Reise durch die Erdatmosphäre und fallen dann als Meteoriten zum Boden.

Alle 12 Jahre beeinflusst der Planet Jupiter mit seiner Schwerkraft die Bahnen der Meteoriten und verschiebt diese in Richtung Erdbahn. Dies geschah z.B. in den Jahren 1992, 2004 und 2016.

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.07.2018

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Der Juni

Der Juni

Der Juni

…ist mit 30 Tagen der sechste Monat im Gregorianischen Kalender. Im Juni haben wir Sonnenwende, deren genaues Datum je nach himmelsmechanischer Konstellation zwischen dem 20. und 22. liegen kann, die jedoch meist am 21. stattfindet.

…war im altrömischen Kalendarium ursprünglich der vierte Monat des Jahres, er ist nach der Himmelsgöttin Juno, der Gattin des Göttervaters Jupiter benannt. Juno galt als „jugendlich blühende“, sie war die Göttin der Gestirne, außerdem Stifterin und Hüterin der Frauen, der Liebenden und der Ehe. Ein altdeutscher Name für den Juni ist „Brachmond“, da in der mittelalterlichen Dreifelderwirtschaft in diesem Monat die Bearbeitung der seit der Vorjahresernte liegen gebliebenen Brache begann.

Im Juni wachsen die Tageslängen und die Mittagshöhen der Sonne bis zur Sonnenwende nur noch langsam. Am 21.06.2018 um 12:07 Uhr MESZ erreicht die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn durch die Sternbilder des Tierkreises (Ekliptik) ihren nördlichsten Punkt. Mit der Sonnenwende beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische oder kalendarische Sommer, auf der Südhalbkugel der Winter. An diesem Tage steht die Sonne in 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, mittags etwas mehr als 63° über dem Horizont. Die lichte Tageslänge beträgt beispielsweise in Flensburg knapp 17 h 21 min und in Garmisch-Partenkirchen circa 15 h 59 min.

Das nächtliche Firmament widerspiegelt den Übergang vom Frühling zum Sommer. Unweit vom Zenit und damit hoch am Himmel stehen die Sternbilder Herkules und Großer Wagen. Das „Frühlingsdreieck“ (kein anerkanntes Sternbild, sondern eine beständige Konstellation der markanten Sterne REGULUS im Sternbild des Löwen, ARKTUR im Bärenhüter (Bootes) und SPICA in der Jungfrau) ziert noch den Westhimmel, während das „Sommerdreieck“ (ebenfalls ein sog. Asterismus, d.h. eine Gruppierung aus den Sternen WEGA in der Leier, DENEB im Schwan und ATAIR im Adler) bereits vollständig am Osthimmel aufgegangen ist.

Von den Planeten stellt die Venus unseren „Abendstern“ dar, der Mars wird im Verlaufe des Monats länger sichtbar und heller, Jupiter verlässt dagegen den Nachthimmel allmählich, während Saturn den ganzen Juni über sichtbar bleibt. Weiter unten finden Sternfreunde eine von der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH und Co. KG, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im Juni 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

Am 1. Juni ist übrigens klimatologischer Sommerbeginn. Dennoch verhält sich der Monat nicht immer „artgerecht-sommerlich“. Vielmehr kennt auch der Juni sogenannte Witterungsregelfälle oder meteorologische Singularitäten, von denen die „Schafskälte“ am bekanntesten ist. Unter der „Schafskälte“ versteht man einen Polarlufteinbruch aus Nord oder Nordwest, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber nicht alljährlich, etwa zwischen dem 4. und dem 20. Juni auftritt.

In diesem Jahr startet der Juni so, wie der Mai endete, und zwar „standesgemäß“ mit sommerlichen oder gar heißen Tageshöchsttemperaturen in einer ursprünglich „subtropischen“ Warmluftmasse. Dabei können zeit- und gebietsweise Schauer und teils kräftige Gewitter ausgelöst werden, die örtlich Unwettercharakter durch Starkregen, Hagel und Sturmböen aufweisen.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 31.05.2018

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Der Juni